Auf der Schattenseite: 40 Millionen Menschen in Sklaverei

Laut dem Global Slavery Index werden weltweit 40 Millionen Menschen in Sklaverei festgehalten. Sie leben und arbeiten unter Zwang in Fabriken, in der Landwirtschaft, auf dem Bau, in der Fischerei oder in der Sexindustrie. Täglich erleben sie Gewalt, Ausbeutung und Missbrauch.

Was ist Sklaverei?

Die Ausbeutung einer Person gegen ihren Willen durch eine andere Person mit Hilfe verschiedener Mittel, wie zum Beispiel Androhung von Gewalt, Täuschung, Betrug oder Missbrauch – nach dem UN Zusatzprotokoll zur Palermo-Konvention, 2000.

Warum gibt es heute noch Sklaverei?

In jedem Land dieser Welt ist Sklaverei offiziell verboten. Doch in vielen Ländern des Südens funktioniert das Rechtssystem nicht: Mangelnde Ressourcen, fehlende Ausbildung, Korruption und vieles mehr führen dazu, dass Recht käuflich wird. Trotz vorhandener Gesetze haben Täter kaum oder keine strafrechtlichen Konsequenzen zu fürchten. Darunter leiden vor allem arme Menschen. Sie sind davon abhängig, dass das Rechtssystem sie vor Unrecht schützt. Skrupellos nutzen Täter ihre Ohnmacht aus.

Korrupte oder nicht-funktionierende Rechtssysteme sind eine der Hauptursachen für Sklaverei heute. Auf dieser Basis entstehen illegale Geschäftsmodelle, die besonders arme und schutzlose Menschen grausam ausbeuten. Mit weltweit jährlich 150 Milliarden US-Dollar Profit ist Sklaverei für viele Kriminelle ein lukratives Geschäft, dem an zu vielen Orten auf dieser Welt keinerlei Einhalt geboten wird (ILO).

Leben in Sklaverei: Ein Junge erzählt

Kumar wächst als Waise in Südindien auf. Als er sieben Jahre alt ist, wird er in eine Ziegelei verschleppt. Jeden Tag muss er schwere Steine schleppen und ist der Gewalt des Besitzers der Ziegelei schutzlos ausgeliefert.