Heute leben weltweit über 40 Millionen Menschen in Sklaverei. 10 Millionen davon sind Kinder.*

Sklaverei

Eine Person wird als Eigentum behandelt. Mithilfe von Täuschung oder Gewalt wird sie gegen ihren Willen festgehalten und zur Arbeit gezwungen. Dafür erhält sie fast oder gar keinen Lohn.

Mehr zur Definition von Menschenhandel und Sklaverei im Zusatzprotokoll zur UN-Palermo-Konvention, 2000.

Heute leben weltweit mehr als 40 Millionen Menschen in Sklaverei*.

*Quelle: ILO, Walk Free Foundation, IOM 2017

Sklaverei gibt es in jedem Land. Aber sie ist auch in fast jedem Land verboten.

Sklaverei kann sich überall dort ausbreiten, wo Menschen verwundbar sind, z. B. aufgrund ihrer Armut oder weil sie kein stabiles soziales Umfeld haben. Hinzu kommt, dass Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte und Sozialdienste vor allem in Ländern des globalen Südens überlastet sind, ihnen spezielle Ausbildungen oder Ressourcen fehlen, die Behörden mit Korruption zu kämpfen haben oder die Zusammenarbeit zwischen den Behörden so schlecht ist, dass Täter straffrei bleiben. Arme Menschen leiden auch deshalb am meisten, weil sie keine Möglichkeit haben, sich in einem ungerechten System durchzusetzen und selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Sie sind davon abhängig, dass das Rechtssystem sie schützt.

Wege in die Sklaverei

Die meisten Betroffenen gelangen durch Täuschung in Sklaverei. Oft ist es die Aussicht auf eine gute Arbeitsstelle, das Versprechen einer guten Ausbildung eines fernen Bekannten oder die Zusage eines Minikredites. In der Hoffnung, ihre Lebenssituation verbessern zu können, blenden sie die Risiken aus und finden sich kurz darauf in einer ausweglosen Situation wieder: Die gute Arbeitsstelle entpuppt sich als 18-Stunden-Job unter widrigen Bedingungen und schlechter oder gar keiner Bezahlung, die Ausbildung als Falle in die Zwangsprostitution und die Wucherzinsen machen eine Rückzahlung des Kredits unmöglich. Fluchtversuche werden vom Sklavenhalter verhindert.

Sklaverei ist ein brutales Verbrechen

Sklaverei bedeutet mehr als nur schlechte Arbeitsbedingungen. Menschen in Sklaverei werden pausenlos überwacht und leben in ständiger Angst. Sie erfahren täglich physische, verbale und psychische Gewalt. Sie können nicht einfach gehen und sich eine andere Arbeit suchen. IJM befreite Menschen, die über Schläge und Gruppenvergewaltigungen berichteten. Sie wurden in winzige Räume gesperrt, ausgehungert und mussten sogar Morde mit ansehen.

Sklaverei gibt es in unterschiedlichen Formen

Sklaverei findet sich in allen Wirtschaftsbranchen – überall dort, wo es möglich ist, Menschen auszubeuten.

Arbeitssklaverei

Sklaven werden in der Herstellung von Ziegeln, in der Textilindustrie oder beim Anbau von Reis, Kaffee, oder Blumen eingesetzt. Manche gelangen über betrügerische Schuldengeschäfte in Sklaverei. Anderen wird eine gute Arbeitsstelle versprochen. Allen ist gemein, dass sie gegen ihren Willen festgehalten und unter brutalen Bedingungen zur Arbeit gezwungen werden.

IJM-Projekte gegen Arbeitssklaverei

Kindersklaverei

Kinder sind besonders schutzbedürftig. Ihre Verwundbarkeit wird von Menschenhändlern brutal ausgenutzt. Sie setzen sie als billige Arbeitskräfte ein und verkaufen sie in Bordellen und im Internet für Sex. Mädchen und Jungen werden als Haushaltshilfen versklavt und als Kindersoldaten in kriegerischen Konflikten eingesetzt.

IJM-Projekte gegen Kindersklaverei

Sexuelle Ausbeutung

Mehr als die Hälfte aller Fälle von Menschenhandel geschehen zum Zwecke sexueller Ausbeutung. Vor allem junge Frauen, sowie Jungen und Mädchen sind betroffen. Sie werden als Zwangsprostituierte in Bordellen und privaten Räumen für Sex angeboten. Immer mehr junge Kinder werden im Internet für sexuelle Handlungen ausgebeutet und missbraucht.

IJM-Projekte gegen sexuelle Ausbeutung

150 Milliarden US-Dollar Profit werden jährlich durch Sklaverei erzielt. Diese Zahl entspricht in etwa der Gesamtsumme der jährlichen Gewinne von Microsoft, BP, Samsung, Exxon und Apple. (Quelle: ILO)
2000 Hinweise auf Fälle von sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet erhalten die philippinischen Behörden jeden Monat durch ausländische Behörden. (Philippinisches Justizministerium)
90 US-Dollar ist der aktuelle Durchschnittspreis eines Sklaven (Quelle: Kevin Bales)
1,2 Millionen Kinder werden in Indiens Sexindustrie ausgebeutet. (Quelle: Indisches Zentrales Kriminalamt)

Sklaverei messen

Sklaverei ist ein Verbrechen im Dunkeln. Sie zahlenmäßig zu erfassen ist kompliziert. Verschiedene Indizes und Studien können die Größendimension aber zumindest ansatzweise aufzeigen. Die neusten und bisher am detailliertesten Zahlen wurden im September 2017 von der Internationale Arbeitsorganisation (ILO), der Walk Free Foundation und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) veröffentlicht und gehen davon aus, dass im Jahr 2016 über 40 Millionen Menschen in Sklaverei festgehalten wurden.

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