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Über IJM
Während es keine einheitlich rechtliche Definition von „moderner Sklaverei“ gibt, beschreibt der Begriff laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) der Vereinten Nationen Situationen von Ausbeutung, denen sich Betroffene aufgrund von Drohungen, Gewalt, Zwang, Täuschung oder einem Missbrauch von Macht nicht widersetzen oder entkommen können. Diese Formen schwerer Ausbeutung stehen zudem im direkten Widerspruch zu den Menschenrechten: Artikel 4 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verbietet Sklaverei und Sklavenhandel in all ihren Formen.
Bei IJM verwenden wir „moderne Sklaverei“ als Überbegriff für Formen von Ausbeutung, wie Zwangsarbeit, sexuelle Ausbeutung, ausbeuterische Kinderarbeit, Schuldknechtschaft sowie die sexuelle Ausbeutung von Kindern über das Internet. All diese Formen stehen in engem Zusammenhang mit Menschenhandel.
Dem Zusatzprotokoll zur UN-Palermo-Konvention aus dem Jahr 2000 zufolge beinhaltet Menschenhandel immer die folgenden drei Elemente von Tatbestand, Mittel und Zweck: Tatbestand (Anwerbung, Transport, Empfang, Beherbergung, oder Überführung einer Person), das Mittel (Anwendung oder Androhung von Gewalt oder Betrug, Täuschung, Nötigung, Ausnutzung besonderer Hilflosigkeit, etc.) und den Zweck der Ausbeutung. Nicht jede Form der Ausbeutung ist Sklaverei, aber jede Form von Sklaverei beinhaltet Ausbeutung.
In vielen Ländern sind Menschen in Armut durch ihr Rechtssystem nicht ausreichend geschützt. Ohne den Schutz durch ein funktionierendes Rechtssystem werden Menschen verwundbar für Sklaverei. Rechtssysteme haben die Aufgabe, alle Bürger/-innen im Land zu schützen und ihre Rechte zu verteidigen.
Doch in vielen Ländern funktioniert das Rechtssystem nicht: Mangelnde Ressourcen, fehlende Ausbildung, Korruption und vieles mehr führen dazu, dass bestehende Rechte nicht durchgesetzt werden. Darunter leiden vor allem Menschen in Armut, denn sie haben keine Möglichkeit, sich in einem lückenhaften System durchzusetzen und selbst für ihre Sicherheit zu sorgen.
Täter/-innen nutzen diese Ohnmacht von Menschen in Armut aus. Sie setzen Täuschung, Drohungen oder Gewalt ein, um Menschen zur Arbeit zu zwingen, sexuell auszubeuten, zu misshandeln oder zu unterdrücken – ohne dafür hinreichende Konsequenzen fürchten zu müssen. Weltweite Konflikte und der Klimawandel führen heute außerdem zu Fluchtbewegungen und Perspektivlosigkeit. Dadurch erhöht sich für gefährdete Gruppen das Risiko, Menschenhandel und Ausbeutung zum Opfer zu fallen.
Betroffene von moderner Sklaverei sind meist auf unterschiedliche Weise in ihrer Situation gefangen: Viele sind tatsächlich eingesperrt und erfahren schreckliche Gewalt, andere werden bedroht und die Angst hält sie gefangen. Wieder andere hält ihre extreme Armut fest, die keinen Ausweg oder keine Alternative zulässt. Oft fallen auch mehrere Gründe zusammen.
Manche Betroffene von Sklaverei werden außerdem häufig durch Betäubungsmittel, Drogen oder Alkohol wehrlos gemacht und haben bald keine Kraft mehr, eine Flucht zu planen. Viele berichten auch, dass sie nach einiger Zeit keine Hoffnung mehr auf eine Flucht oder die Befreiung durch andere hatten, sodass sie sich an die schreckliche Realität gezwungenermaßen „anpassten“.
In der Nachsorge hat IJM Betroffene begleitet, die nach einiger Zeit in Sklaverei aufgehört hatten, an die Vergangenheit oder Zukunft zu denken. An die Vergangenheit zu denken, als sie noch frei waren, schmerzte, sich eine bessere Zukunft auszumalen, während diese jeder gegenwärtigen Realität und Möglichkeit vehement widersprach. Betroffene hören in diesem Fall auf, sich selbst als Individuum wahrzunehmen, vielmehr fühlen sie sich wie ein Objekt, das funktionieren muss, um den nächsten Tag zu überleben.
Betroffene von massiven Unrechtserfahrungen werden vor allem Menschen in Armut und Personen, die in der Gesellschaft ungeschützt sind, weil sie am wehrlosesten sind. Unterschiedliche Ursachen lassen sie in die Falle der Sklaverei tappen: Armut bedeutet nicht die Abwesenheit von Reichtum, sondern Marginalisierung. Menschen in Armut sind meist von Informationen und Bildung ausgeschlossen.
Dadurch sind sie gefährdet, weil sie oft wenig über ein Leben außerhalb ihrer Lebenslage wissen. Neben körperlicher Gewalt, Entführung und Bedrohung der Familie (gegen die sich Menschen in Armut nicht wehren können) können auch falsche Versprechen und Lügen Menschen in Armut „locken“ mitzugehen: Zum Beispiel das Versprechen auf einen guten Job (den Menschen in Armut brauchen und sich wünschen) oder das Versprechen, dass den Kindern die Schulbildung ermöglicht wird, wenn die Eltern sie den Menschenhändler/-innen mitgeben, die sich als wohlwollend und hilfsbereit ausgeben (die Eltern hoffen, dass das stimmt, weil sie eine Schulbildung nicht bezahlen könnten, sich diese aber für ihre Kinder sehr wünschen).
Eine andere Falle für Menschen in Armut ist, einen Kredit aufzunehmen oder sich einen Geldbetrag zu leihen (z.B. bei einem Krankheitsfall in der Familie, oder einer anderen akuten Notsituation), den sie durch ein paar Wochen Arbeit zurückzahlen könnten. Häufig werden dann Wucherzinsen erhoben und die Person bleibt über Jahrzehnte in Schulden und damit die Familie in Schuldknechtschaft.
IJM hat das Ziel, Millionen Menschen weltweit vor Gewalt zu schützen. Um sicherzustellen, dass unsere Programmarbeit dieses Ziel erreicht, müssen wir überprüfbar machen, ob Menschen wirklich sicher sind.
Dafür hat IJM eine datenbasierte Methode entwickelt: Fortschritte misst IJM, indem verfolgt wird, ob das öffentliche Rechtssystem wirksam verhindert, dass Menschen von Gewalt und Ausbeutung betroffen sind. Dafür wird auf vier entscheidende Veränderungen geschaut: Die Straftaten nehmen deutlich ab, das Rechtssystem arbeitet zuverlässiger, effizienter und schneller, das Vertrauen in Polizei und Justiz nimmt zu und immer mehr Betroffene haben den Mut, den Rechtsweg zu nutzen und Straftaten anzuzeigen. Wenn diese Fortschritte nachweislich messbar sind, kann gesagt werden: Menschen, die zuvor schutzlos waren, können wieder sicherer leben.
Auf dieser Grundlage wird auch bestimmt, wie viele Menschen als geschützt betrachtet werden. Dazu gehört die Zahl derjenigen, die im Projektgebiet leben und laut offiziellen Statistiken besonders vulnerabel sind sowie in multidimensionaler Armut leben.
Wenn ein IJM Programm erfolgreich abgeschlossen ist – also die Gewalt in der Projektregion klar zurückgegangen ist, das Rechtssystem spürbar stärker arbeitet und die Ergebnisse unabhängig bestätigt wurden – gilt diese vulnerable Gruppe als geschützt. D.h., die Wahrscheinlichkeit, dass diese Menschen Opfer von Gewalt und Ausbeutung werden, sinkt signifikant. Dadurch wird messbar, dass echter, nachhaltiger Schutz entstanden ist.
IJM arbeitet bei der Aufklärung einzelner Gewaltverbrechen eng mit den zuständigen lokalen Behörden zusammen. Dabei wird in einer bestimmten Region der Fokus auf ein spezifisches Problem von Gewalt gelegt. In der gemeinschaftlichen Fallarbeit werden Betroffene befreit, Täterinnen und Täter überführt sowie Betroffene in der Nachsorge gestärkt.
Ziele der gemeinschaftlichen Fallarbeit:
Strafverfolgung ist nicht (allein) repressiv, d.h. auf die Bestrafung der Täter/-innen gerichtet. Sie hat (auch) einen präventiven Charakter und damit eine gesamtgesellschaftliche Wirkung: Wenn den bestehenden Gesetzen Geltung verschafft wird und Straftäter/-innen zu Gefängnisstrafen verurteilt werden, können dadurch potenzielle Menschenhändler/-innen, Sexualstraftäter/-innen, Sklavenhalter/-innen, usw. abgeschreckt werden.
IJM setzt diesen Schwerpunkt, um weiteren Missbrauch an anderen Betroffenen zu verhindern. Jede einzelne Verurteilung hat damit Signalwirkung. Die damit einhergehende Abschreckung zeigt langfristige Wirkung und ist damit ein geeignetes Mittel gegen Menschenrechtsverletzungen.
Nein. Wir unterstützen nicht den Ansatz, die Bekämpfung von Menschenhandel und Sklaverei ohne Beteiligung der örtlichen Polizei und Sozialämter durchzuführen, indem mit Sklavenhalter/-innen ein Kaufpreis ausgehandelt wird.
Der Freikauf aus der Sklaverei steigert durch den finanziellen Anreiz die Motivation für Täter/-innen, mehr Menschen zu versklaven. Täter/-innen wären demnach die Profiteure. Wir wollen die Versklavung weiterer Menschen von vornherein verhindern und verfolgen daher eine strukturelle Veränderung der Rechtssysteme.
Verbrechen wie sexuelle oder häusliche Gewalt, Menschenhandel, Sklaverei und Machtmissbrauch durch die Polizei haben unmittelbare und erhebliche Auswirkungen auf die Betroffenen. Deshalb ist jedes unserer Nachsorgeangebote einzigartig und abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder, Frauen und Männer, für die wir da sind.
Dazu stärken wir lokale Sozialdienste, um Betroffene auch dann zu unterstützen, wenn IJM nicht vor Ort ist. Darüber hinaus unterstützen Mitarbeitende von IJM und unsere Partner Betroffene psychologisch und stärken sie durch Hilfe zur Selbsthilfe. So begleiten wir Betroffene dabei, in ein selbstbestimmtes Leben in Würde und Freiheit zurückzufinden. Dieser Prozess umfasst Elemente wie:
IJM arbeitet an über 44 Standorten weltweit.
Hauptsitz: Der Hauptsitz von IJM Global befindet sich in Washington, D. C., USA.
Partnerbüros: Zehn Partnerbüros in Deutschland, Großbritannien, den USA, Australien, den Niederlanden, Kanada, der Schweiz, Südkorea, Hongkong und Singapur unterstützen die weltweite Projektarbeit von IJM finanziell und personell. Darüber hinaus leisten Partnerbüros in ihren Ländern Aufklärungs- und Bildungsarbeit sowie politische anwaltschaftliche Arbeit für Menschen in Armut, die von Gewalt betroffen sind.
Projektbüros: In 34 Projektbüros in 20 Ländern setzen sich IJM Teams gegen konkrete Menschenrechtsverletzungen ein: Formen moderner Sklaverei und Menschenhandel, Gewalt gegen Frauen und Kinder sowie polizeilicher Machtmissbrauch. Die Arbeit basiert auf der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. Etwa 90 Prozent unserer Mitarbeitenden stammen dabei aus den jeweiligen Ländern, in denen IJM aktiv ist.
IJM arbeitet nur in Ländern, in denen die jeweilige Regierung die Arbeit offiziell erlaubt und ihre Unterstützung zusagt, Rechtssysteme zugunsten von Menschen in Armut zu verbessern. IJM achtet die staatliche Justizhoheit und legt großen Wert darauf, politisch neutral zu bleiben. IJM ist sensibel für kulturelle Unterschiede und respektiert die landesspezifischen Gepflogenheiten eines jeden Partnerlandes.
Neben der entscheidenden Kooperation mit lokalen Behörden und Strafverfolgung, spielt die Zusammenarbeit mit lokalen NGOs, Kirchen, Medien und anderen Akteur/-innen der Zivilgesellschaft eine ebenso zentrale Rolle. Durch die verschiedenen Kooperationen orientiert sich die Arbeit von IJM immer wieder neu an der Situation und den Bedürfnissen vor Ort. Dadurch werden die Resultate unserer Arbeit zielgerichteter und nachhaltiger.
Die Antwort auf „korrupte Behörden“ ist nicht „keine Behörden“. Die Förderung von Fertigkeiten und Kapazitäten in lokalen Strafverfolgungssystemen ist die einzige nachhaltige Antwort auf Ungerechtigkeit, die Menschen in Armut erleiden. Vulnerable Gruppen können nur dann langfristig geschützt werden, wenn sie sich auf das Rechtssystem ihres Landes verlassen können.
IJM engagiert sich aktiv und fördert die Verbesserung von Strafverfolgungssystemen, indem wir beispielsweise jedes Jahr zahlreiche Schulungen für Polizist/-innen durchführen, Ermittlungen unterstützen oder indem IJM Widerspruch einlegt, wenn Täter/-innen sich aus der Haft „freikaufen“ oder ein unverhältnismäßiges Urteil erhalten.
Nein. Wir verstehen uns nicht als Missionsgesellschaft, weshalb das Ziel unserer Arbeit nicht die Missionierung ist. Wir sehen unseren Auftrag darin, Recht und Rechtsschutz für alle Menschen zu erreichen. Unser Ziel ist es, dass Menschen gestärkt werden und ein selbstbestimmtes Leben führen können. Damit einher geht die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass Betroffene von Gewalt und Ausbeutung die Selbstbestimmung über ihr Leben zurückgewinnen.
Auf dem Weg dahin ist Missionierung, etwa im Bereich der Nachsorge mit teils schwer traumatisierten Betroffenen, weder zielführend noch moralisch vertretbar. Zudem wäre die Beeinflussung von Helferseite zu einer bestimmten Religion nicht Ausdruck professioneller Entwicklungszusammenarbeit.
IJM verzichtet darauf, eine Position zur grundsätzlichen Frage der Legalisierung von Prostitution einzunehmen. Unsere Arbeit fokussiert sich auf die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen sowie auf die Ausbeutung von Erwachsenen unter Zwang. Diese Formen der Ausbeutung unterscheiden wir klar von einvernehmlicher Sexarbeit unter Erwachsenen, die nicht Gegenstand unserer Arbeit ist.
Gegen sexuelle Ausbeutung hingegen gehen wir entschieden vor. IJM vertritt weder eine Position zur Abschaffung von Prostitution noch zur Legalisierung. Ein Punkt ist jedoch unstrittig: Kinderprostitution und Zwangsprostitution sind überall illegal – auch in Ländern oder Regionen, in denen Prostitution unter Erwachsenen erlaubt ist. Genau hier liegt unser Fokus und unser Engagement.
Zugleich bestehen gerade im Bereich der legalen Prostitution erhebliche Schutzlücken, in denen Täterstrukturen und systemische Ausbeutung fortbestehen können. Um diesen Risiken wirksam zu begegnen, setzt sich IJM Deutschland für Reformen ein, die den Schutz in der Prostitution verbessern und den Kampf gegen Menschenhandel stärken.
Dazu zählen die Unterstützung bei der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans sowie die Weiterentwicklung und Evaluierung des Prostituiertenschutzgesetzes, um verbleibende strukturelle Defizite zu schließen. Mit dem PROTECT-Ansatz hat IJM Deutschland zudem einen umfassenden, praxisnahen Ansatz entwickelt, der systemische Lücken gezielt adressiert.
IJM legt den Fokus auf die Arbeit in Ländern, in denen das Rechtssystem des Landes Menschen in Armut nicht oder unzureichend vor massiven Menschenrechtsverletzungen und Ausbeutung schützt. Deutschland hat ein funktionierendes Rechtssystem, wenn auch im Einzelnen Verbesserungsbedarf besteht. Die wesentlichen Strukturen effektiver Strafverfolgung, ein Gerichtssystem, das auf Missbrauch und Menschenrechtsverletzungen reagiert, und zahlreiche soziale Einrichtungen, die sich Betroffener annehmen, sind jedoch vorhanden. Aus diesem Grund übernehmen wir in Deutschland keine Fälle proaktiv.
Um gezielt gegen Menschenhandel über Ländergrenzen hinweg vorzugehen, startete IJM 2019 das Programm zur Bekämpfung von Menschenhandel in Europa. Unser langfristiges Ziel ist es, die Zahl der Betroffenen entlang der Hauptkorridore des Menschenhandels in Europa deutlich zu senken, indem Täter/-innen strafrechtlich verfolgt werden. Dafür stärkt IJM die multidisziplinäre Vernetzung von Behörden und zivilen Organisationen über Ländergrenzen hinweg, um Betroffene besser zu schützen.
IJM schult Polizei, Justiz und Partnerorganisationen im professionellen Umgang mit Betroffenen und in der Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche. Gleichzeitig werden einzelne Fälle sowie bestehende Programme gegen Menschenhandel unterstützt und Fälle von internationalem und nationalem Menschenhandel analysiert.
Seit 2021 arbeiten Mitarbeitende von IJM in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland als Verbindungspersonen zu beispielsweise Rumänien und Bulgarien. Sie bauen Kontakte zu wichtigen nationalen Akteuren auf, um die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Organisationen in Europa zu stärken. Außerdem beraten und begleiten wir Fälle fachlich und mit besonderem Fokus auf die sichere Rückkehr und langfristige Betreuung der Betroffenen.
IJM setzt auf starke Partnerschaften, um schutzbedürftige Menschen nachhaltig vor Gewalt zu schützen. Die Zusammenarbeit mit lokalen NGOs ist dabei ein zentrales Schlüsselelement.
Vor Ort arbeitet IJM eng mit der Polizei, mit Beamt/-innen und Akteur/-innen der staatlichen Rechtssysteme zusammen sowie mit Kirchen, Medien, der Zivilgesellschaft und lokalen NGOs – insbesondere im Bereich der Nachsorge. Durch diese vielfältigen Kooperationen orientiert sich die Arbeit von IJM kontinuierlich an den lokalen Gegebenheiten und Bedürfnissen. So werden die Resultate unserer Arbeit zielgerichteter und nachhaltiger.
Entscheidend ist zum einen der Bedarf an der konkreten Arbeit von IJM und zum anderen die Bereitschaft der jeweiligen Regierung, mit IJM ihre Rechtssysteme zu verbessern. Den Bedarf untersucht IJM durch Einbeziehung bisheriger Studien, Gespräche mit lokalen Stakeholdern und ggfs. eigenen Ermittlungen.
Dabei ist nicht nur die konkrete Problematik relevant, sondern auch, inwiefern staatliche Einrichtungen und andere zivilgesellschaftliche Organisationen im Land bereits aktiv dagegen vorgehen. IJM möchte sicherstellen, dass unsere spezifische Arbeit notwendig und unsere Arbeitsweise, im Land möglich ist.
Die Gespräche mit der jeweiligen Regierung erfordern erstmal ein gegenseitiges Kennenlernen und Vertrauen. Am Ende entscheidet die Regierung des Landes, ob die Zusammenarbeit mit IJM zustande kommt. Bevor IJM die Regierung um Erlaubnis für die Gründung eines Büros sowie um die Zusammenarbeit mit den Behörden bittet, prüft IJM die Finanzierung des möglichen neuen Büros.
Hier liegt es an den Partnerbüros, wie zum Beispiel Deutschland, ausreichend finanzielle Mittel zu generieren. IJM plant bei Neugründungen bereits für die ersten drei Jahre eine Finanzierung zu sichern.
Jede Gemeinschaft ist eine Wertegemeinschaft. Bei IJM Deutschland arbeiten Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen zusammen mit allen, die unsere Sehnsucht und Hoffnung teilen, dass wir die individuellen und unveräußerlichen Menschenrechte schützen können, indem wir Rechtssysteme nachhaltig stärken. Dabei gilt unsere Unterstützung uneingeschränkt allen Menschen. Denn wir sind davon überzeugt: Jeder Mensch soll sein Leben in Würde, Freiheit und Verantwortung selbst gestalten können.
WÜRDE
Jeder Mensch trägt eine unveräußerliche Würde in sich, die es zu schützen gilt. Denn wir glauben, dass jeder Mensch von Gott geschaffen ist.
FREIHEIT
Für uns ist es eine göttliche Idee, Unfreiheit zu überwinden, damit sich das einzigartige Potenzial, das jedem Menschen innewohnt, in Freiheit entfalten kann.
VERANTWORTUNG
Wir glauben, dass wir als Menschen die Verantwortung dafür tragen, uns aktiv für Freiheit und Gerechtigkeit in dieser Welt einzusetzen und unsere Nächsten zu lieben.
IJM Deutschland e. V.
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Wir sammeln in Deutschland Spenden und Zuschüsse für die Projekte von IJM in Deutschland und weltweit.
Zu einigen Projekten wie in Maharashtra (Südasien) und Uganda bestehen seit vielen Jahren enge Partnerschaften. Andere weltweite IJM Projekte werden bedarfsorientiert unterstützt. Dafür erstellen wir jährlich entsprechende Förderverträge, die die Erreichung unserer programmatischen Ziele anhand definierter Indikatoren und die Verwendung entsprechend gewährleisten. Darüber hinaus sind unsere Mittel nicht näher zweckbestimmt, damit sie in den Projekten so flexibel und effektiv wie möglich eingesetzt werden können. Ausnahmen sind Spenden und Förderungen im Rahmen von Projektanträgen.
IJM Deutschland prüft die Verwendung der Spendengelder vor Ort durch regelmäßige Projektbesuche und evaluiert die Fortschritte in den Projekten.
Ein Teil der erhaltenen Mittel fließt in die satzungsgemäße Aufklärungs- und Bildungsarbeit in Deutschland. In einer globalen Welt braucht es auch das Engagement hier in Deutschland, um Veränderung zu bewirken. Daran beteiligt sind besonders unsere ehrenamtlichen Botschafter/-innen, die damit maßgeblich zum Erfolg und Wachstum der Arbeit beitragen. Unsere Projektbüros unterstützen wir seit 2015 zudem über politische Anwaltschaftsarbeit.
Detaillierte Angaben zu den Einnahmen und der Spendenverwendung findest du im Finanzteil unseres aktuellen Wirkungsberichtes.
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Die Transparenz sowie Qualitätssicherung unserer Arbeit sind für IJM unerlässlich, um den Erfolg unseres Einsatzes sicherzustellen. Für unsere Mitarbeitenden weltweit gelten daher Richtlinien und Standards, die einen gewissenhaften Umgang mit anvertrauten Mitteln gewährleisten. Wir möchten dir mit größtmöglicher Transparenz begegnen und aufzeigen, dass wir verantwortungsbewusst mit deinem Vertrauen in uns und unsere Arbeit umgehen.
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