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Thaiyamma: der Mut einer Mutter

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Thaiyamma

Der Mut einer Mutter

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haiyamma riskiert alles, damit ihr zweites Kind in Freiheit geboren wird. Seit drei Jahren werden sie und ihre Familie gezwungen, in einer Holzfällerei zu arbeiten. Aus Furcht traut sich keiner gegen den Besitzer vorzugehen. Doch als Thaiyamma erneut schwanger wird, trifft sie eine mutige Entscheidung. Von einem Dorfältesten bekam sie den Kontakt zu IJM — sie nimmt den Zettel und ruft heimlich unseren Ermittler an…

Der größte Alptraum für Eltern

Thaiyamma ist schon Mutter. Sie weiß, wie es ist, wenn das eigene Baby vergeblich nach Essen schreit. Eltern in Sklaverei erleben ihren größten Alptraum: Neben schwerer Ausbeutung und Gewalt wird ihnen die Möglichkeit geraubt, ihre Kinder zu schützen und zu versorgen.

Thaiyammas Sklavenhalter ließ nicht zu, dass die Mutter sich um ihre Tochter Lavanya kümmert. Sie war fünf Monate alt, als die Familie in einer Holzfällerei versklavt wurde. Sie durften sich keine Hütte bauen, wohnten ohne Schutz unter Bäumen und nach jedem Regenguss wurde Lavanya krank. Das Kind weinte vor Hunger, denn das Essen reichte nur für eine kleine Mahlzeit am Tag.

"Wir hatten nichts zu essen. Schon vor Sonnenaufgang mussten wir arbeiten gehen. Der Besitzer schrie uns an, er schlug uns und verhöhnte uns täglich."

Thaiyamma und ihr Mann Devendran mussten sich Geld leihen, um den Arzt für ihre kleine Tochter bezahlen zu können. Wegen einer Summe von umgerechnet 13 Euro waren sie dem Besitzer der Holzfällerei bedingungslos ausgeliefert. Der Mann, den sie „die Bestie“ nannten, kontrollierte jeden Aspekt ihres Lebens.

Tag für Tag mussten sie unter der heißen indischen Sonne bis zum Umfallen schuften und die Schläge der „Bestie“ ertragen. Ihr Leben wurde zu einem Kreislauf aus Gewalt und Erschöpfung.

Freiheit braucht Mut

Etwa drei Jahre später wurde Thaiyamma erneut schwanger. Sie wusste, dass ihr Baby an diesem Ort nicht überleben würde. Thaiyamma hatte vor langer Zeit von IJM gehört – ein Dorfältester hatte ihr die Nummer auf einem Zettel gegeben. Aus Angst, vom Besitzer brutal bestraft zu werden, hatte sie sich nicht getraut, anzurufen. Doch für ihr Baby nahm sie nun all ihren Mut zusammen, um heimlich mit einem Ermittler von IJM zu telefonieren.

Nur wenige Tage später machten sich Mitarbeiter von IJM mit der Polizei auf den Weg zur Holzfällerei. Die hochschwangere Thaiyamma wusste, dass dies für sie und alle anderen Arbeiter die einzige Chance auf Freiheit war. Mutig trat sie vor und erzählte von der Ausbeutung und den Misshandlungen durch den Besitzer. Dank ihrer Zeugenaussage konnte die Polizei „die Bestie“ festnehmen. Alle Arbeiter wurden an diesem Tag befreit.

„Mein Leben kam zu mir zurück.“

Nach der Befreiung konnte Thaiyamma endlich einen Arzt besuchen. Die entkräftete Frau wurde sofort notversorgt. Daraufhin spürte sie, wie sich das Baby in ihrem Bauch bewegte – zum ersten Mal seit Monaten. Erleichtert sagte sie zu ihrem Mann Devendran: „Ich glaube auch unser Baby weiß, dass wir endlich frei sind und strampelt vor Freude.“

Ihr Sohn Bablu kam nach wenigen Wochen zur Welt – in Freiheit! Als Thaiyamma ihn zum ersten Mal im Arm hielt, flüsterte sie ihm leise zu: „Ich wusste nicht, ob ich dich jemals in den Händen halte. Jetzt bist du hier und wir sind frei.“

"Ich wusste nicht, ob ich dich jemals in den Händen halte. Jetzt bist du hier und wir sind frei."

Heute ist im Leben der kleinen Familie viel los. Sie leben in einem Dorf mit anderen Familien, die aus Zwangsarbeit befreit wurden.

Thaiyamma nutzt weiter ihren Mut, um ihre Geschichte zu erzählen und so anderen Menschen zu helfen. Sie weiß, wie wichtig es ist, die Hoffnung auf Freiheit nicht zu verlieren. Wenn sie jetzt ihre Familie anschaut, kann sie mit einem Lächeln im Gesicht sagen: „Mein Leben kam zu mir zurück.“

Thaiyamma heute: Einsatz für andere

Thaiyamma erhebt ihre Stimme im Namen ihrer Dorfgemeinschaft und setzt sich ein für die Beschäftigung geretteter Familien, bessere Wohnverhältnisse und Wasser bis hin zur Aufklärung über das Coronavirus.

Erfahre hier, wie es für Thaiyamma
und ihre Familie weiterging.

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