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Uganda: Mit Mut und Entschlossenheit gegen Landraub

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Uganda:
Mit Mut und Entschlossenheit
gegen Landraub

Uganda: Mit Mut und Entschlossenheit
gegen Landraub

Uganda – Nach dem Tod ihres Mannes raubten Philders Schwager ihren Besitz und versuchten auch, ihr Land zu nehmen. Doch Philder verteidigte sich und ihre Familie vor Gericht und bekam Recht. Gemeinsam mit ihren Kindern konnte sie wieder Frieden finden.

Philder führte ein einfaches aber zufriedenes Leben mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in einem kleinen Dorf in Uganda.

Dunkle Schatten zogen jedoch über ihr gemeinsames Leben, als Philders Mann schwer erkrankt. Nachdem alle medizinischen Behandlungen nicht anschlugen, stirbt Philders Mann schließlich an den Folgen der Krankheit.

Bedroht von der angeheirateten Familie

„Kaum einen Monat nachdem mein Mann gestorben war, tauchten meine Schwager auf und fingen an, uns große Probleme zu machen,“ erinnert sich Philder. Ihre angeheiratete Familie, mit der sie bisher in Freundschaft gelebt hatte, raubte alle Waren aus dem kleinen Laden, den Philders Mann gebaut und seiner Familie hinterlassen hatte.

Philders Schwager wollten ihr auch das Land wegnehmen, auf dem sie mit ihren Kindern lebte. Unter manchen Familien, vor allem in ländlichen Teilen Ugandas, sind noch immer traditionelle Rollenvorstellungen zu finden.

Demzufolge verliert etwa eine Frau nach dem Tod ihres Mannes das Anrecht auf ihr Land. Für die armen Teile der Bevölkerung bedeutet ein Stück Land aber oft alles, was sie zum Überleben haben.

„Ich wusste, wie kostbar unser Land für mich und meine Kinder ist,“ sagt Philder. „Ich weigerte mich zu gehen, weil meine Kinder hierhergehören und dies ihr Land ist.“

Stärker als die Angst

Von einer Bekannten erfährt Philder von IJM und bittet dort um Hilfe. Gemeinsam mit den Behörden nimmt sich IJM des Falls an. Doch nachdem mehrere Mitglieder der angeheirateten Familie verhaftet worden waren, antworteten die Verwandten mit noch mehr Gewalt.

„Sie versuchten, unsere Hütten in Brand zu stecken und uns umzubringen,“ erinnert sich Philder. Glücklicherweise konnten in jener Nacht die Sicherheitsleute, die IJM eingestellt hatte, Philder und ihre Familie beschützen. Philder ließ sich von weiteren Drohungen nicht einschüchtern und trat furchtlos vor Gericht, um in ihrem Fall auszusagen.

Recht setzt sich durch

Am Ende des Verfahrens entschied das Gericht zugunsten von Philder und ihren Kindern. Die angeheiratete Familie akzeptierte den Richterspruch und respektiert seither Philders rechtmäßigen Anspruch auf ihr Land. Heute leben die Familien friedlich als Nachbarn im selben Dorf.

„Auch in den schwierigsten Zeiten darf man niemals aufgeben. Ich habe nicht aufgegeben und erkannt, wieviel Kraft in mir steckt. Darauf bin ich besonders stolz,“ resümiert Philder heute.

Bis 2017 unterstützten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von IJM insbesondere Witwen und Waisen dabei, ihr Land rechtmäßig zurückzugewinnen und in Sicherheit zu leben.

Darüber hinaus setzte IJM sich bei den Behörden dafür ein, dass das Problem des Landraubs durch konkrete Reformen und Weiterbildungen nachhaltig bekämpft wird. Mit Erfolg! 2018 bestätigte eine unabhängige Evaluationsstudie, dass die Fälle von Landraub um fast 50 Prozent abnahmen.

Die Anzahl der abgeschlossenen Gerichtsverfahren stieg um 30 Prozent und die Verurteilungen nahmen ebenfalls deutlich zu. Der gemeinsame Erfolg mit den Behörden bestätigte IJM, aktuell bei Fällen von Landraub beratend tätig zu bleiben und den Fokus der Fallarbeit weiter zu stecken auf das Thema Gewalt an Mädchen und Frauen.

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