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Esther: Mit vier Jahren versklavt, mit 14 befreit

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Esther

Mit vier Jahren versklavt, mit 14 befreit

E

sther* wuchs im ländlichen Ghana auf, weit entfernt vom Volta-Stausee. Eines Tages erzählte eine Frau Esthers Eltern, es gäbe eine Familie am See, die ihre Tochter zur Schule schicken würde. Sie erlaubten der Frau, Esther mitzunehmen.

Das Versprechen war eine Lüge. Esther ging nicht einen Tag zur Schule - nicht als sie sechs Jahre alt war, nicht als sie zehn wurde. Stattdessen musste sie jeden Tag hart arbeiten. Jeden Abend weinte sie nach ihrer Mutter.

Niemand kam Esther zur Hilfe

An dem Tag, an dem Esther mit dieser Frau mitging, verlor niemand in ihrer Familie einen Gedanken daran, dass die Frau es nicht gut meinen könnte. Als Esther am Ufer des Volta-Stausees ankam und an das Paar verkauft wurde, bei denen sie nun leben sollte, rief niemand die Polizei. Auch am nächsten Morgen, als das kleine Mädchen in ein Kanu stieg, weil sie dem Paar beim Fischen helfen sollte, nahm niemand Notiz von ihr. Esther verschwand leise. Ihre tägliche Not in Sklaverei war unsichtbar für die Augen der Welt.

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Festgehalten auf einer abgelegenen Insel

Das Paar, für das Esther arbeiten musste, hielt noch weitere Kinder gefangen. Die eigenen Kinder des Paares mussten nicht arbeiten und gingen zur Schule. Zusammen lebten sie auf einer abgelegenen Insel auf dem See. Immer wieder kamen neue Kinder dazu.

Esther darf nicht zur Schule

Als das Paar genug Jungen zum Fischen hatte, musste Esther auf der Insel den Fisch räuchern. Wenn es keinen Fisch zu verarbeiten gab, sammelte sie Holz für das Feuer, und mittwochs verkaufte sie den Fisch auf einem lokalen Markt. Das war Esthers Leben. Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr Ausbeutung, Missbrauch und Isolation.

Esther erinnert sich an ihre Enttäuschung, als sie fragte, ob sie irgendwann auch zur Schule gehen könnte. „Der Mann sagte, dass ich nicht dazu da wäre, um zur Schule zu gehen, sondern um zu arbeiten."

Gewalt und harte Arbeit auf dem See

Auch Geoffrey* lebte wie Esther auf der Insel. Seine Familie wurde von der selben Frau betrogen, die Esther verkauft hatte. Geoffrey war etwas älter als Esther und musste mit den anderen Jungen jeden Tag auf den See und fischen. Die Arbeit mit den schweren Netzen war sehr kräftezerrend. Oft kehrten sie mit offenen Wunden an Händen, Füßen und am Kopf zurück. Wenn der Mann, für den sie arbeiteten, mit ihnen fuhr, schlug er sie oft mit dem Paddel.

Für die Kinder wirkte jeder Tag gleich. Nichts schien die schreckliche Routine zu durchbrechen. Sie sehnten sich nach Liebe, nach ausreichend Essen, ihrer Familie und wie alle Kinder zur Schule gehen zu können und Fußball zu spielen.

Hilfe ist auf dem Weg

Was sie nicht ahnten war, dass IJM mit der Polizei bereits nach Geoffrey suchte. Seine Eltern hatten ihn als vermisst gemeldet, nachdem sie von anderen in ihrem Dorf gehört hatten, dass der Junge auf dem Volta-Stausee arbeitete. Die Ermittlungen auf dem See führten IJM und die Polizei bald zu Geoffrey. Als Geoffrey die Situation begriff, zählte er sofort neun Namen von Kindern auf, die noch auf der Insel waren – darunter Esther.

Als kurze Zeit später das Rettungsboot der Polizei die Insel erreichte, versteckte sich Esther aus Angst. Das Paar, das sie festhielt, hatte sie und die anderen Kinder angeschrien, dass sie niemand finden dürfte. Geoffrey war es, der sie schließlich fand. Als er ihr sagte, dass sie nun frei sei, weinte Esther vor Freude.

Heute lebt Esther in einer sicheren Nachsorgeeinrichtung

Eine Sozialarbeiterin von IJM begleitet sie, um das Erlebte zu bewältigen. Esther kann nun endlich Lesen und Schreiben lernen. Sie ist frei mit ihren Freunden zu spielen und ihr Leben zu gestalten.

Der Prozess gegen die Frau, die Geoffrey und Esther verschleppt und verkauft hatte, läuft bereits. Weitere Verdächtige wurden festgenommen. Anwält/-innen von IJM stellen sicher, dass sie sich für ihre Verbrechen verantworten müssen.

Hilf mit, noch mehr Kinder zu befreien!

Viele Kinder in Sklaverei warten noch darauf, dass endlich ein Rettungsboot kommt und sie befreit. Schicke mit deiner Spende IJM Mitarbeiter/-innen los, ihnen jetzt zur Hilfe zu eilen.

(*Aus Sicherheitsgründen verwenden wir ein Pseudonym und Beispielfotos)

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