Fachgespräch zu sexueller Online-Ausbeutung von Kindern fordert: Tätern nicht den digitalen Raum überlassen

Freiburg/Berlin - 40 Fachleute arbeiteten am 19. Mai 2022 in einem von International Justice Mission (IJM) und ECPAT Deutschland veranstalteten interdisziplinären Fachgespräch gemeinsam an Lösungen, um Kinder vor sexueller Ausbeutung per Livestream besser zu schützen.

Tagtäglich werden Kinder zu sexuellen Handlungen vor der Kamera gezwungen. Diese werden in Echtzeit an Täter aus der ganzen Welt übertragen – auch nach Deutschland. Hinter jeder Missbrauchsabbildung, hinter jedem Video im virtuellen Raum steht ein Kind, das reale Gewalt und Ausbeutung erlebt.

Um Kinder vor der sexuellen Ausbeutung per Livestream zu schützen und Täter zu verfolgen, bedarf es einer interdisziplinären Lösungsfindung.

„Wir sind noch nicht, wo wir sein müssten, um Kinder vor dieser schrecklichen Form von Gewalt zu schützen. Wir müssen nicht nur interdisziplinär, sondern auch international vernetzt zusammenarbeiten. Die Herkunftsländer der Täter auf der Nachfrageseite müssen hier aktiver werden und uns unterstützen, Kinder besonders in Ländern des Globalen Südens zu beschützen.“
Caleb Carroll, Director National Investigations and Law Enforcement Development, IJM Philippinen

Die Philippinen sind ein globaler Hotspot für die sexuelle Ausbeutung von Kindern per Livestream und die Anzahl der Straftaten ist stark gestiegen. Verstärkend wirkten die pandemiebedingten Einschränkungen und die zeitgleiche Stärkung digitaler Strukturen. Nach Angaben von Europol hat sich während der Pandemie die Nachfrage nach Materialien sexueller Ausbeutung von Kindern in manchen Ländern verdreifacht.

Was muss also passieren damit Täterinnen und Täter in den Angebots- und Nachfrageländern verfolgt und belangt werden? Damit Betroffene besser geschützt werden? Und welche technischen Perspektiven sind relevant?

Die Fachleute sind sich einig: Sie wollen nicht den Tätern den digitalen Raum überlassen. Dafür müssen gesetzliche Lücken geschlossen werden, um Täter in Deutschland täterschaftlich belangen zu können. Es bedarf einer engen internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit. Außerdem müssen die Anbieter der Online-Dienste und internationale Geldtransferunternehmen, über die Missbrauch gestreamt, bzw. dafür bezahlt wird, ihrer Mitverantwortung gerecht werden und proaktiv mit Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten.

Denn wie das gute Beispiel der Philippinen zeigt: wenn Politik, Justiz- und Strafverfolgungsbehörden sowie der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, können Kinder geschützt und Täter bestraft werden.

ECPAT Deutschland e. V. arbeitet mit dem Fokus auf den Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und ist Teil des internationalen Kinderrechtsnetzwerks ECPAT. www.ecpat.de

IJM Deutschland e.V. ist der deutsche Zweig der weltweit agierenden Menschenrechtsorganisation International Justice Mission, die gemeinsam mit Regierungen und lokalen Behörden Rechtssysteme verbessert, um Gewalt gegen Menschen in Armut zu bekämpfen und ihren Schutz zu garantieren. https://ijm-deutschland.de/

Landingpage des Fachgesprächs: https://ijm-deutschland.de/stop-streaming-exploitation

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