Zurück

5 Jahre ohne Gerechtigkeit

Teilen

5 Jahre ohne Gerechtigkeit

5 Jahre ohne Gerechtigkeit

In Kenia hat sich IJM zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit der Regierung Machtmissbrauch durch die Polizei zu beenden. Für dieses Ziel zahlte IJM Anwalt Willie Kimani 2016 den höchsten Preis: Er wurde mit seinem Klienten Josephat und ihrem Fahrer Joseph ermordet. 5 Jahre später läuft der Prozess gegen ihre Mörder immer noch. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Vielen Menschen, die in Kenia leben, gilt die Polizei nicht als „Freund und Helfer“. Vielmehr leben sie mit der Angst, von korrupten Polizeibeamten ausgeraubt, misshandelt und willkürlich verhaftet zu werden. IJM kämpft deshalb dort seit 2001 gegen rechtswidrige Gewalt und Machtmissbrauch durch die Polizei.

IJM Anwalt ermordet

Wie gefährlich der Kampf ist, musste IJM am 23. Juni 2016 auf tragische Weise erfahren. Der IJM Anwalt Willie Kimani, unser Klient Josephat Mwenda und ihr Fahrer Joseph Muiruri wurden auf dem Rückweg von einem Gerichtstermin entführt und anschließend brutal ermordet. Der Mordfall löste landesweit und international einen Aufschrei nach Gerechtigkeit aus.

Wie kam es zu dem Mord? Der Auslöser war ein Gerichtsverfahren gegen den Polizisten Fredrick L. Der Familienvater Josephat Mwenda war durch ihn fälschlicherweise beschuldigt und angeschossen worden und ging mit IJM Anwalt Willie Kimani gerichtlich dagegen vor.

Polizei verschleiert Misshandlungen

Nach den offensichtlichen Misshandlungen durch Frederick L. hatte Josephat Mwenda Beschwerde gegen die Polizei eingereicht. Doch es folgte keine Untersuchung des Vorfalls. Stattdessen wurde Mwenda wegen Drogenbesitzes, Glücksspiel und Widerstand gegen die Staatsgewalt angeklagt. Ein offensichtliches Manöver seitens des beschuldigten Polizisten Fredrick L., der Mwenda dadurch zum Schweigen bringen wollte. Als sein Anwalt verteidigte Willie Kimani Josephat Mwenda durch alle Gerichtsverfahren hindurch bis zu ihrer Entführung.

Ermordung löst landesweite Proteste aus

Eine Woche nach ihrem Verschwinden wurden die Leichen der drei Männer am Ol-Donyo Sabuk Fluss gefunden, in Sandsäcken verstaut und mit offensichtlichen Folterspuren. Kurz darauf, am 4. Juli 2016, starten kenianische Menschenrechtsverteidiger/-innen Straßenproteste, um Gerechtigkeit in dem Fall zu fordern. Ungefähr 300 Menschen protestierten allein in der Hauptstadt Nairobi gegen Machtmissbrauch und rechtswidrige Gewalt durch die Polizei.

Gerichtsverfahren immer wieder vertagt

Im Herbst 2016 wurden der Zivilist Peter N., der Polizist Frederick L. sowie drei weitere beteiligte Polizeibeamte des Mordes an Willie, Josephat und Joseph angeklagt. Seitdem wurden 44 Zeugen vor Gericht vernommen. Aber auch nach fünf Jahren ist der Fall noch immer nicht abgeschlossen.

Eine Verschleppung der Rechtsprechung ist keine Seltenheit bei Gerichtsprozessen in Kenia. Skrupellose Strafverteidiger/-innen und Justizangestellte verfolgen bewusst die Strategie, immer neue Verzögerungen zu erreichen. Sie spekulieren darauf, dass sich Verfahren so weit in die Länge ziehen, bis die Betroffenen ihren Kampf um Gerechtigkeit aufgeben.

So auch im Fall um Willie, Josephat und Joseph, wo die Verteidigung seit zwei Jahren zweifelhafte Vorwände anbringt, um Anhörungen zu verschieben und damit den Abschluss des Verfahrens hinauszuzögern.

Hoffnung durch Reform der kenianischen Justiz

Hoffnung ruht auf der kürzlich berufenen Obersten Richterin Martha Koome. Bei ihrem Amtsantritt sicherte sie zu, die Anhörung von Fällen zu beschleunigen und die Dauer von Verfahren auf maximal drei Jahre zu verkürzen.

Auch die sogenannte Decision-To-Charge-Regelung kann dazu beitragen, Betroffenen schneller zu ihrem Recht zu verhelfen. Dieses wegweisende Regelwerk wurde 2020 mit Unterstützung von IJM von der Generalstaatsanwaltschaft eingebracht. Ausführliche Leitlinien geben Staatsanwältinnen und Staatsanwälten vor, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um Anklage gegen Bürgerinnen und Bürger erheben zu können. In erster Linie sollen dadurch rechtswidrige und willkürliche Anklagen verhindert werden.

Werde heute Dauerspender/-in

Das könnte dich auch interessieren…

Mehr
Kenia: An Davids Seite zu Gerechtigkeit

Ein brutaler Überfall durch korrupte Polizisten zerstört beinahe Davids Leben. Unschuldig landet er vor Gericht und durchlebt einen Alptraum in Angst und Hoffnungslosigkeit. Doch zwei Menschen stehen unverrückbar an seiner Seite. Durch sie gewinnt er Zuversicht, Sicherheit und einen neuen Sinn in seinem Leben: den Kampf für Gerechtigkeit.

Polizeigewalt in Kenia: Hoffnung auf Veränderung

Nairobi - In Kenia hat sich IJM zum Ziel gesetzt, gemeinsam mit der Regierung Machtmissbrauch durch die Polizei zu beenden. Vor allem Menschen in Armut leben in dem Land ohne die Sicherheit und den Schutz eines funktionierenden Rechtssystems. Neben Davids Geschichte erzählen die folgenden Fälle von der erschreckenden alltäglichen Realität der Menschen. Aber auch von der Hoffnung auf Veränderung.

Kenia: Alltag in Angst vor der Polizei

Nairobi - Brutale Misshandlungen und widerrechtliche Inhaftierungen durch korrupte Polizisten sind in Kenia bittere alltägliche Realität für Menschen in Armut. IJM kämpft im Land gegen rechtswidrige Gewalt und Machtmissbrauch durch die Polizei – mit zunehmendem Erfolg. Doch die Angst in der Bevölkerung vor der Polizei ist weiterhin allgegenwärtig.

David Makara: „Ich bin ein Kämpfer für Gerechtigkeit“

Als junger Mann wurde David Makara von Polizeibeamten schwer verletzt und für ein Verbrechen ins Gefängnis geworfen, das er nicht begangen hatte. Wie viele andere Menschen in Kenia wurde er Opfer von rechtswidriger Polizeigewalt. IJM verteidigte ihn vor Gericht gegen falsche Vorwürfe und er wurde freigesprochen. Heute kämpft er selbst als Anwalt am Obersten Gerichtshof von Kenia für Gerechtigkeit. Hier erzählt er seine Geschichte.

Willst du Menschen aus Sklaverei befreien?

  1. 1
  2. 2
  3. 3

Persönliche Daten

Spendenbetrag:

Gib uns gerne Deine Telefonnummer, um uns eine Möglichkeit zur besseren Spendendenbetreuung zu geben. Wir nutzen Sie sehr verantwortlich.

  1. 1
  2. 2
  3. 3

Zahlungsweise

Spendenbetrag:

Bitte wähle eine der folgenden Zahlungsweisen:

Zurück

Du spendest einmalig.

  1. 1
  2. 2
  3. 3

Thank You!

Your receipt has been sent to your email.

How was the experience for you? Tell us here.
Questions? Contact us at [email protected] or at 703-465-5495

Donors in Australia, Canada, Germany, the Netherlands, or the United Kingdom: by making a donation you agree that we may transfer your personal information to our IJM advancement offices in your country. That advancement office may contact you about future donations or for other fundraising purposes.

Login

Donor Portal

Review your giving, tax statements and contact info via the IJM Donor Portal.

please sign in
Email Sign Up
Get updates from IJM on stories from the field, events in your area and opportunities to get involved.
sign up