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Kanada erhöht Strafmaß für Cybersex-Ausbeutung von Kindern

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Kanada erhöht Strafmaß für Cybersex-Ausbeutung von Kindern

Ein Berufungsgericht in Kanada hat in einem bahnbrechenden Urteil das Strafmaß für Cybersex-Ausbeutung von Kindern im Internet erhöht. Der Täter sei über das Internet aktiv an dem Missbrauch beteiligt gewesen, hieß es in der Urteilsverkündigung. IJM begrüßt das Urteil und wünscht sich, dass andere Staaten wie Deutschland dem folgen.

Der Kanadier Philip Michael C. wurde im November 2017 ursprünglich zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Er bekannte sich schuldig, über einen Zeitraum von sechs Jahren mehr als 20.000 US-Dollar für die Cybersex-Ausbeutung von Kindern ausgegeben zu haben. Er zahlte dafür, sexuellen Missbrauch von Kindern in Rumänien und auf den Philippinen über das Internet live zu sehen und zu dirigieren. Die betroffenen Kinder waren zwischen zwei und neun Jahren alt. Seine Strafe wurde nun auf 15 Jahre Haft erhöht.

Technologischer Fortschritt muss berücksichtigt werden

In der Urteilsverkündung wird die Entscheidung mit dem technologischen Fortschritt begründet. "Herr C. war aktiv an den sexuellen Übergriffen auf Kinder im Internet beteiligt. Die Tatsache, dass er sie durch Telekommunikation geleitet hat, ändert nichts daran. Er war in Echtzeit anwesend und leitete und inszenierte die Übergriffe. Der technologische Fortschritt bringt neue Möglichkeiten und die Gerichte müssen sich an die sich ändernde Realität anpassen“, so die Urteilsverkündung.

IJM war ebenfalls an dem Fall beteiligt und ermöglichte es einem kanadischen Polizisten, auf den Philippinen vor Gericht als Zeuge gegen ein beteiligtes Täterpaar auszusagen. Corporal Jared Clarke ist Teil einer Spezialeinheit in Kanada und sichtete die Beweise, die beim Täter nach seiner Festnahme gesichert wurden. Es handelte sich um mehr als 10,000 Fotografien und Videos, auf denen sexueller Kindesmissbrauch zu sehen war.


Gerichtsurteile, die verletzliche Kinder schützen

John Tanagho, Büroleiter von IJM Cebu, erklärt, warum das Urteil so wichtig ist: „[...] weil es den schweren Schaden anerkennt, den Pädokriminelle verursachen, indem sie für sexuellen Missbrauch von sehr jungen, verletzlichen Kindern zahlen und diesen über das Internet dirigieren."

Er macht weiter deutlich: „Pädokriminelle machen durch das Bereitstellen von Geld und Infrastruktur Cybersex-Ausbeutung erst möglich. Sie müssen deshalb gemäß der Schwere ihrer Vergehen zur Verantwortung gezogen werden. IJM freut sich auf den Tag, an dem Täter in ihren Herkunftsländern Haftstrafen erhalten, die stark genug sind, verletzliche Kinder ausreichend zu schützen.“

Deutschland muss Gesetze anpassen

Olga Martens, Leiterin der politischen Arbeit von IJM Deutschland, begrüßt die richtungsweisende Entscheidung des Gerichts in Kanada ebenfalls.

„Das Urteil in Kanada stellt einen bedeutenden Fortschritt dar, Gesetze an die neue digitale Realität anzupassen. Auch Deutschland muss hier neu denken und Gesetze anpassen. Bisher kommen Täter hierzulande mit dem Missbrauch von Kindern über das Internet zu glimpflich davon.“

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