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Foli: aus Kindersklaverei in Ghana befreit

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Foli

Aus Kindersklaverei in Ghana befreit

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oli* wird von seinem eigenen Onkel in Sklaverei verschleppt. Wie tausende weitere Kinder auf dem Volta-Stausee kämpft er ums Überleben. 18 Stunden am Tag Ausbeutung, Gewalt und Hunger. Eines Tages wird Foli von einem Rettungsboot der Polizei und IJM entdeckt. Sein Onkel befielt ihm: „Spring ins Wasser, tauch unter, sie dürfen dich nicht sehen.“ Foli muss sich entscheiden: Vor wem hat er mehr Angst, vor seinem Onkel oder den Fremden auf dem Boot?

Foli wächst als Waise bei seinen Großeltern auf. Am liebsten begleitet der 9-jährige seinen Großvater auf die Felder und lernt von ihm, wie man das Gemüse anbaut. Was für Foli ein großes Abenteuer ist, ist für die Familie harte Arbeit, die wenig Lohn einbringt. Gerne würden sie Foli zur Schule schicken, doch das Geld reicht nicht für Schulbücher und Hefte.

Ein schrecklicher Unfall

Eines Tages sind Foli und sein Großvater unterwegs zum Markt, um ihr Gemüse zu verkaufen. Ein Auto übersieht Folis Großvater und fährt ihn an. Er braucht eine aufwändige medizinische Behandlung, sodass die Großeltern kaum mehr für Foli sorgen können. Hilfsbereit bietet Folis Onkel an, den Jungen bei sich aufzunehmen und zur Schule zu schicken. Dankbar willigt Folis Großmutter ein.

Verschleppt in die Sklaverei - vom eigenen Onkel

Foli sitzt nicht einen Tag im Unterricht. Stattdessen wird er mit anderen Jungen am Volta-Stausee zum Fischen gezwungen. Wenn er sich weigert, wird er von dem Bootsbesitzer, für den er arbeitet oder seinem Onkel geschlagen. Nachts sitzt er mit zwei, drei anderen Jungen in einem wackligen Holzboot, wirft die Netze aus und holt sie wieder ein. Angst ist ihr täglicher Begleiter auf dem Wasser. Es ist dunkel auf dem See, alles schaukelt und niemand von ihnen kann schwimmen.

Tagsüber verkauft Foli den Fisch und repariert die Netze. Am frühen Abend schläft er für ein paar Stunden, um nachts wieder auf dem See zu sein. Manchmal gibt es so viel Arbeit, dass er überhaupt nicht schläft. Foli ist müde und erschöpft. Eine Mahlzeit am Tag kräftigt ihn kaum mehr.

Ohnmächtig zu helfen

Wochen, Monate und Jahre vergehen. Die Erinnerungen an seine Kindheit verblassen langsam; das Fußball spielen mit seinen Freunden und das Gefühl der Geborgenheit Zuhause bei seinen Großeltern. Sein Großvater ahnt, was passiert ist und sucht nach Foli. Er findet Folis Onkel, doch der bedroht ihn mit einigen anderen Bootsbesitzern, er solle sofort wieder verschwinden.

Folis Entscheidung

Ermittler von IJM werden auf Foli und neun weitere Jungen auf dem See aufmerksam. Mit der Polizei organisieren sie die Befreiung an einem frühen Morgen, als die Jungen gerade zurück an Land paddeln wollen. Bei ihnen ist auch Folis Onkel. Als er das große Boot der Polizei kommen sieht, brüllt er Foli an: „Spring sofort ins Wasser! Sie werden dich verhaften!“ Foli dreht sich zu seinem Onkel, dann wieder zu dem immer näher kommenden Polizeiboot. Soll er ins Wasser springen? Werden die Menschen ihm dort helfen oder ihm auch weh tun? Er entscheidet sich. Wartend bleibt er in seinem kleinen Boot sitzen bis ein fremder Mann bei ihm ist. „Wie heißt du?“, fragt der Mann ihn immer wieder. Foli kriegt kein Wort raus, so unsicher ist er. Was würde nun passieren?

Als alle Jungen an Bord des Polizeibootes sind, erwarten sie bereits eine Krankenschwester und mehrere Sozialarbeiter von IJM. Sie versorgen die offenen Wunden der Jungen und trösten sie, sodass die Aufregung und Angst verschwindet. Ein Frühstück an Bord stärkt die hungrigen Kinder. Foli ist sich schnell sicher: Es war eine gute Entscheidung, nicht bei seinem Onkel zu bleiben.

Das schönste Geschenk in Freiheit - Zeit mit Opa

An Land verhaftet die Polizei Folis Onkel und einige Bootsbesitzer. Foli und die neun Jungen sind endlich in Sicherheit. Sie werden in einer Nachsorgeeinrichtung untergebracht. Neben einer professionellen Begleitung im Umgang mit den erlebten Traumata sollen die Jungen schnell Anschluss finden. Foli darf zum ersten Mal in seinem Leben in die Schule gehen. Er ist ein begeisterter Schüler. In der Pause spielt er mit den anderen Jungen Fußball. Das schönste Geschenk für ihn in der Nachsorgeeinrichtung: Sein Großvater kommt ihn regelmäßig besuchen. So glücklich und unbeschwert war Foli sehr lange nicht mehr.

*Aus Sicherheitsgründen verwenden wir ein Pseudonym.

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