In zehn Städten Deutschlands und der Schweiz gingen am 18. Oktober, dem Europäischen Tag gegen Menschenhandel, wieder ehrenamtliche IJM-Botschafter/-innen auf die Straße und machten klar: Menschenhandel und Zwangsprostitution sind zwar mitten unter uns, aber wir stehen gemeinsam dagegen auf.
Im Mittelpunkt der Aktion standen auch dieses Jahr wieder 80€-Scheine, die auf den durchschnittlichen Kaufpreis von Menschen in Sklaverei hinweisen. Die Scheine erzählen die Geschichte von Mara, einer Betroffenen von Zwangsprostitution. Ein Menschenhändler hatte sie mit falschen Versprechen von Liebe und Wohlstand nach Großbritannien gelockt, um sie dort monatelang in der Zwangsprostitution auszubeuten.

Dass die Geschichte von Mara berührt, zeigte sich erneut eindrücklich. Ein Vater kam mit seinem Sohn nach einem Gespräch zum Infostand zurück, um spontan etwas zu spenden. Einige Menschen blieben stehen und reagierten betroffen auf das Thema. Immer wieder fiel der Satz: „Wie gut, dass ihr da seid!“ Über eine digitale Unterschriftenaktion konnten Passanten ihre Unterstützung ausdrücken.
Die Ehrenamtlichen freuten sich besonders über das Interesse. „Mich begeistert, dass der IJM-Aktionstag immer wieder die Möglichkeit bietet, mit Menschen ins Gespräch zu kommen über Anliegen, die mich bewegen. Wir erreichen Menschen, die noch nie davon gehört haben“, berichtete eine IJM Botschafterin.

Mit der Geschichte von Mara wollen die Ehrenamtlichen vor allem Hoffnung verbreiten. Die betroffene Rumänin zeigte Mut und zog gegen die Täter/-innen in Großbritannien vor Gericht. In einem Wiederaufnahmeverfahren begleitete IJM Mara erneut und erreichte dank ihrer Aussage, dass der Mann, der sie rücksichtslos getäuscht hatte, zu einer zusätzlichen, langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Das Gericht hatte ihn für schuldig befunden, Mara mehrfach vergewaltigt zu haben.
Neben den 80€-Scheinen sorgten auch spannende Quizfragen für Gesprächsstoff. Besucher/-innen konnten ihr Wissen rund um die Themen Menschenhandel und moderne Sklaverei testen und sich bei richtigen Antworten über kleine Gewinne freuen. In einigen Städten entstanden zudem Kooperationen mit dem lokalen Walk for Freedom.