Partnerschaft gegen Menschenhandel: $10 Mio für mehr Kinderschutz

Berlin (18.09.2024) – Im Rahmen des sogenannten Child Protection Compact (CPC; Abkommen zum Kinderschutz) erhält International Justice Mission (IJM) gemeinsam mit der Partnerorganisation World Vision zur Bekämpfung des Kinderhandels in Rumänien eine finanzielle Förderung in Höhe von 10 Millionen US-Dollar durch das US-Außenministerium. Diese bedeutende auf fünf Jahre angelegte Partnerschaft wurde gemeinsam von den Regierungen Rumäniens und der USA sowie den in zwei Konsortien unter IJM und World Vision zusammengeschlossenen zivilgesellschaftlichen Organisationen ausgearbeitet.

IJM wird mit den Partnerorganisationen People to People, der Association for Victims of Sexual Crimes und dem Centre for Legal Resources zusammenarbeiten, um Rumäniens Bemühungen zur Bekämpfung des Kinderhandels auf koordinierte, betroffenenzentrierte und systemische Weise zu stärken. Neben Kinderhandel und Zwangsarbeit beinhaltet das Abkommen auch Programme zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet.

„Dieses Engagement umfasst den Aufbau von zwei nationalen Zentren, die sich auf die Sicherheit von Kindern im digitalen Raum und die Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet konzentrieren und im Rahmen der CPC-Partnerschaft unterstützt werden“, erläutert eine Stellungnahme des US-Außenministeriums.

„Da sich der Menschenhandel unter Verwendung neuer Technologien weiter ausbreitet, sind wir von IJM bestrebt, unsere Arbeit auszuweiten, um gegen Verbrechen vorzugehen, die damit in Zusammenhang stehen. Dazu zählen etwa Online-Grooming, Sextortion sowie die industriehafte Ausbeutung minderjähriger Webcam-Models“, sagte James Foster, Direktor für Regierungszusammenarbeit bei IJM. „Zusammen mit unseren Partnern wird die aktuelle Förderungsvereinbarung eine signifikante und nachhaltige Wirkung auf dieses kritische Problem in Rumänien beschleunigen.“

Die finanziellen Fördermaßnahmen verfolgen im Wesentlichen die folgenden Ziele:

  • Sicherstellen, dass Präventionsmaßnahmen den Einfluss von Risikofaktoren und Vulnerabilität für Kinderhandel verringern.
  • Bereitstellung zugänglicher Schutzdienste für Betroffene des Kinderhandels unter Anwendung eines kindergerechten, traumainformierten und betroffenenzentrierten Ansatzes.
  • Sicherstellen, dass Akteure des Justizsektors Fälle effektiv untersuchen, um Täterinnen und Täter zu verfolgen und zu verurteilen.
  • Förderung der Koordination zwischen den zuständigen Behörden, der Zivilgesellschaft und den lokalen Gemeinschaften.

Kinderhandel stellt in Rumänien nach wie vor eine große Herausforderung dar. Im Jahr 2023 wurden nach offiziellen Angaben 451 Betroffene von Menschenhandel identifiziert [1]. Schätzungen gehen von einer Gesamtprävalenz von 7,5 Betroffenen pro 1.000 Einwohner aus [2]. Fast jede zweite identifizierte Person in Rumänien, die von Menschenhandel betroffen ist, ist ein Kind, davon sind fast 3 von 5 Personen Betroffene sexueller Ausbeutung [3]. Die Zahl der Betroffenen von Kinderzwangsarbeit ist nicht ausreichend erfasst, da Kenntnisse zu Menschenhandel begrenzt sind und die Koordinierung zwischen lokaler Polizei und Sozialdiensten schwierig ist. Kinder aus sozial und wirtschaftlich ausgegrenzten Familien sind einem größeren Risiko ausgesetzt, von Kinderhandel betroffen zu sein. 41,5 Prozent der rumänischen Kinder sind von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht [4].

[1] ANITP (Rumänische Nationale Agentur gegen Menschenhandel), 2024
[2] Global Slavery Index, 2023
[3] ANITP, 2024
[4] Eurostat, 2023

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