Schutz von Frauen weltweit vor Gewalt ist kein Sparposten!
Gewalt gegen Frauen und Kinder
Berlin, 25. November 2025 – Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen macht International Justice Mission (IJM) Deutschland auf die dramatische weltweite Dimension häuslicher und sexualisierter Gewalt aufmerksam – und zeigt, wie Zusammenarbeit, Medienbeteiligung und Aufmerksamkeit Leben retten können.
Weltweit erlebt jede dritte Frau mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt. In Uganda berichten fast 50 Prozent der Frauen, dass sie Angst vor ihrem jetzigen oder früheren Partner haben. Erschreckenderweise bleiben dort 72 Prozent der Fälle von Gewalt gegen Frauen ungemeldet. Die Menschenrechtsorganisation IJM arbeitet dort zum Schutz von Frauen vor Gewalt und unterstützt sie auf ihrem Weg zur Gerechtigkeit.
Gemeinsam gegen Gewalt
Selah aus Norduganda war 32 Jahre alt, als sie von ihrem Ehemann brutal angegriffen wurde. Er übergoss sie mit glühender Kohle und zerstörte anschließend Beweise für die medizinische Dokumentation ihrer Verletzungen. Hilfe kam schließlich durch den Gemeinderatsvorsitzenden, der den Fall an eine lokale Radiostation weitergab, die wiederum IJM einschalteten. Durch die Unterstützung von IJM konnte die Polizei den Fall neu aufarbeiten und der Täter konnte nach einem einjährigen Prozess zu 9 Jahren Haft verurteilt werden.
„Selahs Fall zeigt: Wo Behörden, Zivilgesellschaft, Medien und Organisationen zusammenarbeiten, überwindet Gerechtigkeit Gewalt“, betont Evelyn Moeck, Vorstandsvorsitzende von IJM Deutschland.
Durch Zusammenarbeit mit Behörden, Polizei, Staatsanwaltschaft und Regierungen schützt IJM nicht nur in Uganda Frauen vor sexueller und häuslicher Gewalt. Weltweit begleitet die Organisation Frauen und Mädchen durch rechtliche Unterstützung, sorgt für eine trauma-sensible Ausbildung von Polizeikräften oder begleitet Gerichtsverfahren.
Deutschlands Verantwortung – medial, politisch und finanziell
Gewalt gegen Frauen ist kein nationales Problem. Im Jahr 2023 wurde weltweit im Durchschnitt alle zehn Minuten eine Frau von ihrem Partner oder Familienangehörigen getötet. Als eines der größten Geberländer in der Entwicklungszusammenarbeit ist Deutschland in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Partner für Frauen, die Gewalt erlebt haben, geworden. IJM Deutschland warnt davor, diesen Status zu vernachlässigen.
„Deutschland spielt eine wichtige Rolle in der globalen Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Gerade jetzt bei gekürzten Entwicklungsetats müssen wir ein verlässlicher Partner bleiben. Denn Schutz, Würde und Gerechtigkeit dürfen keine Sparposten sein“, mahnt Moeck. Gewalt gegen Frauen weltweit zu beseitigen, erfordere auch in Deutschland eine erneute politische Priorisierung und sowohl mediale als auch öffentliche Aufmerksamkeit. Hintergrund der Sorge sind vor allem die Kürzungen im Etat für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
„Deutschland darf nicht nur zuschauen – wir müssen zuhören, unterstützen und gemeinsam Verantwortung übernehmen“, appelliert Moeck.
Über International Justice Mission (IJM)
International Justice Mission (IJM) ist eine weltweit agierende Menschenrechtsorganisation, die gemeinsam mit Regierungen und lokalen Behörden Rechtssysteme verbessert, um Gewalt gegen Menschen in Armut zu bekämpfen und ihren Schutz zu garantieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Abschaffung von Sklaverei und Menschenhandel. Weltweit arbeitet IJM an 42 Standorten in 26 Ländern mit über 1.400 Mitarbeitenden.