Durch Gesetze und Dialog Sklaverei in Lieferketten beenden

BERLIN, DEUTSCHLAND – Die Menschenrechtsorganisation International Justice Mission (IJM) unterstützt den Vorschlag von Entwicklungsminister Gerd Müller für ein verbindliches Lieferkettengesetz. In der Projektarbeit in Ländern wie Indien, Thailand oder Ghana sieht IJM täglich, wie Menschen von brutaler Arbeitssklaverei betroffen sind. Deshalb fordert Vorstandsvorsitzender Dietmar Roller einen Gesetzesentwurf mit einer klaren Stellungnahme zu moderner Sklaverei: „Das Lieferkettengesetz soll gewährleisten, dass es endlich faire Löhne und saubere Lieferketten gibt für Waren, die besonders gefährdet sind von moderner Sklaverei betroffen zu sein." Deutschland ist der drittgrößte Importeur von Risikoprodukten weltweit, weshalb deutsche Unternehmen auch eine große Verantwortung tragen.

Daher fordert IJM zusammen mit den anderen Mitgliedern der Initiative Lieferkettengesetz, dass die Bundesregierung ihrem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag nachkommt und noch in dieser Legislaturperiode für ein nationales Lieferkettengesetz sorgt. Zudem fordern wir, dass die Bundesregierung sich im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft für einen EU-Aktionsplan zur Stärkung der Unternehmensverantwortung in globalen Lieferketten einsetzt, der auch auf EU-Ebene den Schutz von menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Standards fördert.

Wie die aktuelle Situation im Vereinigten Königreich zeigt, reichen Gesetze alleine aber nicht aus. Vielmehr muss auch ein Dialog mit der Wirtschaft stattfinden, damit diese gemeinsam wettbewerbsfähig bleiben. So verabschiedete 2015 das Unterhaus in London den Modern Slavery Act - ein auf der Welt einmaliges Gesetzeswerk im Kampf gegen moderne Sklaverei. Aber trotz dieser Bemühungen macht das Vereinigte Königreich derzeit Skandalschlagzeilen, da in der Stadt Leicester Textilfabriken entdeckt wurden, in denen Bedingungen herrschen, die sich mit moderner Sklaverei gleichstellen lassen.

IJM setzt sich seit zwei Jahren für den Dialog zwischen Wirtschaftsunternehmen ein. Seit 2018 bietet IJM Unternehmen eine Plattform für den Austausch von Wissen und Best Practices zu nachhaltiger Wertschöpfung, die dem Profitmodell Sklaverei die Grundlage entzieht. In einem konstruktiven Miteinander werden während der ungefähr jährlich stattfindenden Game Changer Konferenz bestehende Probleme und Herausforderungen von Experten und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft klar benannt und diskutiert. Das Ziel ist innovative Lösungen, die realisierbar sind und das Problem an der Wurzel greifen. Dietmar Roller ist der Überzeugung, dass nur miteinander mehr erreicht werden kann. “Statt jeder für sich, sollten alle am Thema beteiligten Akteure, d.h. Unternehmen, politische Entscheidungsträger und die Zivilgesellschaft, zusammenarbeiten, um die fatale Situation von Sklaverei zu beenden. Mit der Game Changer Konferenz hat IJM auch hierzulande einen Rahmen für ein konstruktives Miteinander geschaffen.“ betont Roller. Folgeveranstaltungen der Game Changer Konferenz sind auch für die Zukunft geplant.


Das könnte dich auch interessieren…

Mehr
Sarah: "Ich kenne meine Rechte!"

Monatelang wurde Sarah aus Uganda von ihrem gewalttätigen Partner schwer misshandelt. Als sie ihn bei der Polizei melden wollte, sagten ihr Freunde und Verwandte, dass es sich nicht gehöre, ihren Mann anzuzeigen. Doch Sarah kämpfte gegen alle Widerstände für ihr Recht, in Sicherheit und Würde zu leben.

2023 weist den Weg gegen Sklaverei - Unser Jahresrückblick

Im Jahr 2023 sah sich unsere Welt wachsenden Herausforderungen gegenüber, die neue Unsicherheiten schüren. Umso mehr gibt es uns Hoffnung, engagierte Menschen zu erleben, die mit uns echte Veränderung bewirken im Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit. Gemeinsam mit Unterstützerinnen und Unterstützern von IJM gelang es uns 2023, in unseren Projektregionen nachweislich Sklaverei und sexuelle Ausbeutung erfolgreich zu bekämpfen. Unserer Stimme verschafften wir im politischen Dialog Gehör, um Menschen in Armut weltweit vor Gewalt zu schützen. Für uns bei IJM war 2023 ein wegweisendes Jahr im Einsatz gegen Sklaverei!

Kinderrechte sind keine Rechte zweiter Klasse!

Dietmar Roller appelliert an die Bundesregierung, den Schutz von Kindern im digitalen Raum ernsthaft zu gewährleisten, vor dem Hintergrund der Beratungen über die sogenannte "Chatkontrolle" auf europäischer Ebene.

Ruby: Stimme der Hoffnung

Ein Jobangebot über eine Social-Media-Nachricht schien der Ausweg für Ruby* aus den Philippinen, um unabhängig für sich sorgen zu können. Denn nach dem Tod ihrer Eltern war die 15-Jährige in Trauer und auf sich allein gestellt. Doch statt wie versprochen Geld verdienen und zur Schule gehen zu können, wurde Ruby vor einer Webcam sexuell missbraucht – bis ihre Geschichte eine entscheidende Wendung nahm.

Willst du Menschen aus Sklaverei befreien?

  1. 1
  2. 2
  3. 3

Persönliche Daten

Spendenbetrag:

Gib uns gerne Deine Telefonnummer, um uns eine Möglichkeit zur besseren Spendendenbetreuung zu geben. Wir nutzen Sie sehr verantwortlich.

  1. 1
  2. 2
  3. 3

Zahlungsweise

Spendenbetrag:

Bitte wähle eine der folgenden Zahlungsweisen:

Du spendest einmalig.

Zurück
  1. 1
  2. 2
  3. 3

Thank You!

Your receipt has been sent to your email.

How was the experience for you? Tell us here.
Questions? Contact us at [email protected] or at 703-465-5495

Donors in Australia, Canada, Germany, the Netherlands, or the United Kingdom: by making a donation you agree that we may transfer your personal information to our IJM advancement offices in your country. That advancement office may contact you about future donations or for other fundraising purposes.

Login

Donor Portal

Review your giving, tax statements and contact info via the IJM Donor Portal.

please sign in
Email Sign Up
Get updates from IJM on stories from the field, events in your area and opportunities to get involved.
sign up