Schlag gegen Kindesmissbrauch: Deutscher Pädokrimineller auf Philippinen verhaftet

PhilippinenWeltweite Arbeit
12. 07. 2019, 12:00 Uhr

Cebu - Ein 41-Jähriger Deutscher wurde auf den Philippinen festgenommen. Er hat mehrere Kinder sexuell missbraucht und Bilder des Missbrauchs im Internet verbreitet. Eines der betroffenen Kinder ist sein zweijähriger Sohn. Die Festnahme gelang dank der engen Zusammenarbeit der Polizeibehörden mehrerer Länder mit IJM.

Der Verhaftung ging eine Razzia am 24. Juni 2019 voraus. Dabei konnten Polizisten der Sondereinheit Women and Children Protection Center (WCPC) ein Geschwisterpaar im Alter von sechs und sieben Jahren befreien. Sie waren von dem 41-jährigen Deutschen sexuell ausgebeutet worden

Mitarbeiter des WCPC bringen die Kinder in Sicherheit.

Eindeutige Beweise überführen deutschen Verdächtigen

Aufgrund von Beweisen aus dieser Razzia genehmigte das zuständige Regionalgericht in Cebu eine Hausdurchsuchung bei dem mutmaßlichen Täter. Bei der Durchsuchung am 10. Juli fanden Beamte des WCPC auf mehreren elektronischen Geräten kinderpornografisches Material. Der 41-jährige wurde sofort festgenommen und sein zweijähriger Sohn in Sicherheit gebracht. Auch er tauchte auf Bildern auf, die die Beamten sicherstellten.

Sozialarbeiter von IJM übernahmen sofort die Betreuung aller betroffenen Kinder. Sie wurden in sicheren staatlichen Nachsorgeeinrichtungen untergebracht. IJM wird dafür sorgen, dass sie alle nötige Hilfe erhalten und spezielle Therapiepläne entwickeln, die auf ihre Situation abgestimmt ist.

Globales Verbrechen erfordert internationale Zusammenarbeit

„Die Festnahme des deutschen Staatsangehörigen zeigt, dass die sexuelle Ausbeutung von Kindern über das Internet ein wahrhaft globales Verbrechen ist“, sagt Colonel Romeo Perigo, zuständiger Regionalleiter des WCPC. „Es ist für uns daher essentiell, nicht nur lokale Menschenhändler festzunehmen, sondern auch Ausländer, die philippinische Kinder mit Hilfe des Internets sexuell ausbeuten. Wir verstehen jede Festnahme als Warnung an alle Pädokriminellen weltweit: Dieses Verbrechen zahlt sich nicht aus. Niemand kommt ungestraft davon.“

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern auf den Philippinen, besonders über das Internet, ist aktuell eine der alarmierendsten Formen des Menschenhandels dort. Pädokriminelle aus aller Welt können online den sexuellen Missbrauch von Kindern steuern, ansehen und bezahlen. Straftäter auf den Philippinen missbrauchen die Kinder vor der Webkamera oder dirigieren die Kinder untereinander. Als globales Verbrechen erfordert die Bekämpfung daher neue Maßnahmen in der internationalen Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden.

Im Haus des Täters wird Beweismaterial sichergestellt.

Australische Polizei findet erste Hinweise auf deutschen Täter

Der aktuelle Fall macht dies besonders deutlich. Hinweise auf den Täter kamen zunächst von der australischen Polizei. Diese stieß auf pornographisches Material des Täters, dass er im Internet verbreitete. Australien ist Mitglied des in diesem Jahr gegründeten Philippine Internet Crimes Against Children Center (PICACC). Die Beamten waren so in der Lage, ihre Informationen zügig an die richtigen Stellen weiterzugeben.

Das PICACC ist zentrale Anlaufstelle für philippinische und ausländische Strafverfolgungsbehörden. So soll die Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern über das Internet effektiv bekämpft werden. Seit der Gründung im Februar 2019 gehören ihm bisher das WCPC, die Abteilung zu Menschenhandel des National Bureau of Investigation (NBI AHTRAD), die Australian Federal Police (AFP) und die United Kingdom National Crime Agency (UK NCA) an. Das Center arbeitet in offizieller Partnerschaft mit IJM. Deutschland ist bisher noch nicht Teil dieser Partnerschaft.

IJM und philippinische Behörden bereits seit 2016 in enger Zusammenarbeit

IJM unterstützt die philippinischen Behörden bereits seit 2016 bei der Ermittlung und Strafverfolgung dieser Verbrechen. Zusammen konnten sie bereits mehr als 500 Kinder befreien, etwa die Hälfte von ihnen war 12 Jahre alt oder jünger. Ebenso konnten 216 mutmaßliche Täter*innen verhaftet und mehr als 60 Täter*innen auf den Philippinen verurteilt werden. Durch die wachsende internationale Zusammenarbeit konnten bereits Täter aus den USA, Kanada, Australien, Großbritannien und anderen europäischen Ländern verhaftet und verurteilt werden Immer wieder sind auch deutsche Täter involviert.

Sowohl BILD online als auch RTL berichteten bereits über den Fall.

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