Nach schwieriger Suche: 23 Kinder aus Zwangsarbeit in Ghana frei

GhanaWeltweite Arbeit
03. 06. 2019, 14:00 Uhr

In der letzten Aprilwoche wurden 21 Jungen und zwei Mädchen im Alter zwischen sechs und 16 Jahren aus Zwangsarbeit am Volta-Stausee befreit. Nach einer zweiwöchigen Recherche konnte die Polizei mit der Unterstützung von IJM die Menschenhändler verhaften. Doch von den Kindern fehlte zunächst jede Spur...

Die Rettungsaktion flog auf

Die Kinder mussten auf einer Insel in der Nähe eines Waldreservates am Volta-Stausee in der Fischerei arbeiten. Wie viele andere wurden sie jeden Tag gezwungen, viele Stunden auf den See zu fahren und zu fischen. Die lokale Presse berichtete anlässlich der Rettungsaktion über die lebensgefährlichen Bedingungen, unter denen die Kinder arbeiten mussten.

Als das Rettungsteam am Tag der Befreiungsaktion nach einer zweistündigen Bootstour auf der Insel ankam, fehlte von den gesuchten Kindern zunächst jede Spur. Es schien sogar so, als ob auf der Insel alle Kinder verschwunden waren. Die Ermittler fanden heraus, dass die Bewohner der Insel schon vorzeitig von der geplanten Rettung erfahren hatten. Daraufhin hatten sie alle Kinder auf anderen Inseln oder im nahegelegenen Wald versteckt. Doch die gesuchten Kinder waren nicht darunter. Nach weiteren Ermittlungen nahm die Polizei acht Verdächtige fest.

Sozialarbeiter bringen die Kinder in Sicherheit.

Die lang ersehnte Befreiung

Die Festgenommenen gaben der Polizei auf ihre Nachfragen hin schließlich Hinweise zum Verbleib der Kinder. Die Fischer hatten sie in der Nacht in einen LKW geladen, der sie zurück in ihre Heimatorte bringen sollte.

Die Polizei schickte einen Suchtrupp los, der den LKW mit den Kindern einholen und stoppen konnte. 15 der gesuchten Kinder waren endlich sicher und frei! Sie wurden sofort in eine Nachsorgeeinrichtung gebracht. Sozialarbeiter, die bei der Befreiung anwesend waren, kümmerten sich um sie und stellten sicher, dass sie keine Angst haben mussten.

Nach langem Nachfragen konnte die Polizei die Fischer überzeugen, auch den Aufenthaltsort der restlichen Kinder zu verraten. Sie waren bei Verwandten versteckt worden.

Die Jungen und Mädchen können in der Nachsorgeeinrichtung endlich wieder spielen und Ruhe finden.

Schwieriger Beginn der Genesung

Die Kinder waren nach ihrer Befreiung sehr verängstigt. Die Fischer hatten ihnen erzählt, dass die Polizei komme, um sie zu töten. Es benötigte viel Zeit und Geduld, bis die Sozialarbeiter das Vertrauen der Kinder erlangt hatten. Erst nach einiger Zeit begannen sie zu glauben, dass sie nicht mehr in Gefahr waren. Die meisten von ihnen waren bis zu zwei Jahren von ihren Eltern getrennt gewesen und mussten Tag und Nacht auf dem See fischen und schwere körperliche Arbeit verrichten.

Ein 14-jähriger Junge namens Robert* sagte mit Tränen in den Augen: “Ich bin glücklich, dass ich jetzt die Möglichkeit haben werde, zur Schule zu gehen. Jetzt muss ich nicht mehr auf dem See durch die Hände der Fischer leiden.”

*zum Schutz der Persönlichkeit verwenden wir ein Pseudonym.

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