Cybersex-Ausbeutung auf den Philippinen: 7-jähriges Mädchen und 5 weitere Kinder gerettet

PhilippinenWeltweite Arbeit
01. 02. 2019, 13:00 Uhr

Cybersex-Ausbeutung ist eine neue Form des Kindesmissbrauchs, die auf den Philippinen besonders häufig vorkommt. IJM kämpft gemeinsam mit der Polizei und den Behörden gegen die Ausbreitung. Der erste Fall in diesem Jahr führte im Januar zur Befreiung eines Mädchens. Bei zwei Fällen aus dem Vorjahr wurden die Täterinnen zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein starkes Zeichen, wie tatkräftig die Justiz gegen das Verbrechen vorgeht und wie dringend ihr Handeln ist.

Cybersex-Ausbeutung hat auf den Philippinen insbesondere an Kindern in den letzten Jahren drastisch zugenommen. Kinder werden live vor einer Webkamera sexuell missbraucht. Pädokriminelle aus der ganzen Welt zahlen dafür. In vielen Fällen sind die eigenen Mütter, Verwandte oder Nachbarn in das Verbrechen involviert.

Sechs Kinder frei

Dies war auch der Fall bei der ersten Befreiungsaktion in diesem Jahr, bei der IJM am 9. Januar eine Spezialeinheit der Polizei unterstützte. Dabei wurde ein siebenjähriges Mädchen befreit, deren eigene Mutter ihren Missbrauch im Internet angeboten hatte. Sowohl die Mutter als auch eine weitere mutmaßliche Täterin wurden festgenommen. Im Haushalt lebten neben dem Mädchen weitere fünf Kinder, im Alter zwischen einem und zehn Jahren. Alle Kinder wurden unter Aufsicht und Hilfe qualifizierter Sozialarbeiter aus dem Haus befreit und in Nachsorgeeinrichtungen untergebracht.

Recht für Betroffene schaffen

Dank der Zusammenarbeit mit den philippinischen Strafverfolgungsbehörden konnte IJM den Verfahrensverlauf bei Cybersex-Ausbeutung in den letzten Jahren verbessern, besonders im Interesse der Betroffenen. Oft müssen die Kinder nun nicht mehr im Beisein der Täter vor Gericht aussagen, wenn sie bereits vorher eine Zeugenaussage gemacht haben. Auch werden Fälle schneller vor Gericht gebracht und verhandelt.

Die Gerichtsverhandlung auf den Philippinen.

So auch im Fall vom 9. Januar. Beide Frauen wurden bereits am 25. Januar schuldig gesprochen und sehen nun Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren entgegen. Die zuständige Staatsanwältin Jasmin Diaz, die eng mit IJM zusammenarbeitet, zeigt sich aufgrund des schnellen Verfahrens optimistisch:

Ich freue mich über den Ausgang dieses Falles. Für die betroffenen Kinder wurde dadurch ein Stück Gerechtigkeit erlangt. Hoffentlich hilft es ihnen dabei, das Erlebte zu verarbeiten.
Sozialarbeiter von IJM begleiten eines der betroffenen Kinder bei einer Rettungsaktion.

Weitere Verurteilungen machen Mut

Zwei weitere Fälle von Cybersex-Ausbeutung aus dem Jahr 2018 endeten in dieser Woche mit Schuldsprüchen und Gefängnisstrafen für die Täterinnen. In einem von IJM unterstützten Fall war eine 21-jährige Frau im Juni 2018 festgenommen worden. Sie hatte angeboten, zwei Mädchen sexuell zu missbrauchen und dies gegen Bezahlung für einen Ausländer online auszustrahlen. Dafür muss sie nun für mindestens 15 Jahre ins Gefängnis. Eine andere 56-jährige Frau wurde wegen versuchten Kinderhandels und Besitz von Kinderpornografie zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

John Tanagho, der Leiter des IJM Büros in Cebu, teilte zu den Entscheidungen der Gerichte mit:

Die Verurteilungen machen deutlich, dass die philippinische Justiz Täter effektiv zur Verantwortung zieht, die Kinder sexuell ausbeuten und diesen Missbrauch im Internet zu Geld machen. Sowohl das effiziente Vorgehen der Polizei als auch die gute Arbeit der Staatsanwaltschaft und die enge Zusammenarbeit mit unseren Sozialarbeitern machen es möglich, dass Betroffenen von Cybersex-Ausbeutung nachhaltig geholfen werden kann.

„Ich fühle mich leichter.“

Eines der betroffenen Mädchen machte nach dem Gerichtsurteil deutlich, wie wichtig ein Schuldspruch für die Opfer ist:

Vorher fühlte ich große Scham, war wütend und traurig. Aber nach der Verhandlung konnte ich mit der Frau sprechen, die mir das angetan hat. Sie bat mich um Vergebung. Jetzt fühle ich mich viel leichter und glücklicher.

Bisher wurden auf den Philippinen in 54 IJM Fällen Täter aufgrund von Cybersex-Ausbeutung verurteilt. Außerdem unterstützte IJM die philippinischen Behörden bei der Verhaftung von 181 mutmaßlichen Tätern in Fällen von Cybersex-Ausbeutung. 422 Betroffene oder gefährdete Kinder konnten im ganzen Land gerettet werden.

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