Zwei Menschenhändler auf den Philippinen nach 37 Tagen verurteilt

PhilippinenWeltweite Arbeit
27. 09. 2018, 11:00 Uhr

Zwei Schlepper wurden nach nur 37 Tagen durch ein Gericht auf den Philippinen wegen versuchten Menschenhandels verurteilt. Der Mann und die Frau hatten mehrere Kinder sexuell missbraucht, um Bilder und Videos davon online an Pädophile an aller Welt zu verkaufen. Durch den schnellen Abschluss des Prozesses sind die betroffenen Kinder jetzt vor weiterem Missbrauch sicher.

Die beiden Straftäter hatten sich schuldig bekannt und waren daraufhin zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Zusätzlich müssen sie mit einer weiteren Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs rechnen, sodass bis zu 23 Jahre Haft hinzukommen können.

Betroffene vor weiterer Traumatisierung schützen

Dass der Prozess so schnell beendet werden konnte, lag an der Praxis des „plea bargaining“, die vor allem in den USA angewandt wird. Dabei verhandelt die Staatsanwaltschaft mit der Verteidigung über die Anklage. Wenn es zu einer Einigung kommt, bekennen sich die Angeklagten sofort schuldig.

Ralph Catedral, ein IJM Rechtsberater, der die Staatsanwaltschaft auf den Philippinen bei der Anklage unterstützte, erklärt:

Dies erspart den Kindern die Aussage gegen die Täter. Häufig sind es Verwandte von ihnen. So werden sie vor weiterer Traumatisierung geschützt, wenn sie über ihren Missbrauch vor Gericht sprechen zu müssen.

Gerechtigkeit hat gesiegt

IJM Manila unterstützte die Polizei bei der Befreiung, während die beiden Täter festgenommen wurden. Vier Betroffene im Alter von 19, 14 und 13 Jahre sowie acht Monaten wurden befreit. Zwei weitere Kinder im Alter von neun und sechs Jahren wurden in Sicherheit gebracht, da sie als missbrauchsgefährdet galten. Das acht Monate alte Baby ist der Sohn des ältesten geretteten Opfers, einer 19-jährigen Frau.

Sie alle wurden in eine sichere Nachsorgeeinrichtungen gebracht. Dort werden Sozialarbeiter dafür sorgen, dass die Betroffenen alle Hilfe erhalten, die sie brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Wir freuen uns, dass Gerechtigkeit erneut gesiegt hat - und zwar schnell,

sagt Reynaldo Bicol, der das Team von IJM in Manila leitet.

Wir sind voller Hoffnung, und mit dieser Hoffnung werden wir weitermachen und weiter kämpfen.
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