Ghana: Nach Polizeieinsatz zwei Jungen aus Sklaverei in der Fischerei frei

GhanaWeltweite Arbeit
22. 08. 2018, 09:30 Uhr

Erneut gelang es IJM und den ghanaischen Behörden zwei Jungen aus der Sklaverei zu befreien. Sie waren auf dem Volta-Stausee zum Fischen gezwungen worden. Beide Kinder hatten zunächst große Angst, da sie viel Gewalt durch ihren Bootsbesitzer erlebt hatten. Jetzt leben sie in einer Nachsorge-Einrichtung, wo sie sich gut erholen. Heute erzählen die Jungen, was sie dort glücklich macht...

Die Anti-Human Trafficking Unit (AHTU) und die örtliche Polizei haben im letzten Monat mit Unterstützung von IJM zwei Jungen befreit. Starker Regen zwang das Rettungsteam zunächst zum stundenlangen Warten. Doch ein Polizist erinnerte seine Kollegen : „Es lohnt sich zu warten! Diese Kinder leiden und wir müssen sie befreien".

Als der Regen endlich nachgelassen hatte, konnten die Polizisten den Mann in seinem Haus festnehmen, der die beiden Jungen ausbeutete. Der 13-jährige Henry*, wurde zusammen mit seinen beiden jüngeren Schwestern gerettet, die auch bei der Familie des Verdächtigen lebten. Ebenfalls befreit werden konnte der fünfzehnjährige Kafui*, der seit vielen Jahren versklavt war.

Schläge an der Tagesordnung

Henry musste jeden Tag von früh bis spät für den Bootsführer arbeiten. Er ruderte das Kanu, fischte und tauchte im Wasser, um die Netze zu entwirren. Schläge waren für ihn an der Tagesordnung. Henry durfte nie zur Schule gehen. Er war unterernährt und hatte wenig Zeit zum Ausruhen oder Schlafen.

Am Tag der Befreiung versuchte Henry, einen Teil des gefangenen Fisches gegen Brot einzutauschen, aber der Bootsführer schlug ihn dafür. Während der Rettungsaktion war Henry sehr verängstigt. Er weinte und sagte den Mitarbeitern immer wieder, dass er zurückmüsse, sonst würde „der Meister“ ihn schlagen. Er verstand noch nicht, dass er in Sicherheit war und von Menschen umgeben, die ihn beschützen würden. Nachdem er jedoch etwas zu essen, eine Dusche und frische Kleidung erhalten hatte, kam er mit einem riesigen Lächeln auf das Team zu und sagte: "Gott segne dich".

„Jetzt kann ich mich ausruhen.“

Alle vier Kinder wurden in eine sichere Nachsorge-Einrichtung gebracht. Dort konnten sie medizinisch versorgt werden und bekommen alle Unterstützung, die sie brauchen, um das Erlebte zu verarbeiten. Sie sind überglücklich, wieder gesund zu sein und mit anderen Kindern spielen zu können. Jetzt, nach einigen Wochen guter Betreuung und freundlicher Behandlung durch Sozialarbeiter und Mediziner, fühlen sich die Kinder endlich sicherer und in der Lage, sie selbst zu sein. Kafui sagt: Ich bin sehr glücklich, weil ich jetzt schlafen und aufwachen und frei erzählen kann.“ Henry stimmt zu: "Ich bin glücklich, weil es keine Strafe mehr gibt und keine langen Angelstunden mehr am See. Jetzt kann ich mich ausruhen."

*Zum Schutz der Persönlichkeit wurden Pseudonyme verwendet.

Henry und Kafui sind endlich frei. Aber auf dem Volta-Stausee sind tausende weitere Kinder in Ausbeutung gefangen. Mit Ihrer Spende helfen sie IJM, diese Kinder zu finden und zu befreien.

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