3 Menschenhändler auf den Philippinen innerhalb von 13 Tagen verurteilt

PhilippinenWeltweite Arbeit
17. 08. 2018, 14:00 Uhr

Philippinen - 17.08.2018: Ein neuer Rekord bestätigt, wie entschlossen philippinische Staatsanwälte gegen die Sexuelle Online Ausbeutung von Kindern kämpfen. Nur 13 Tage nach ihrer Festnahme wurden drei Täter in Iligan City am Mittwochmorgen, 15. August, wegen Menschenhandel und Kindesmissbrauch verurteilt.

Am 2. August befreite IJM mit der philippinischen Nationalpolizei (PNP), der Polizei von Iligan City (ICPO), dem Department of Social Welfare and Development (DSWD) und dem Social Welfare Development Office (CSWD) vier Kinder aus Sexueller Online Ausbeutung.

Zunächst konnten zwei Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren aus einem Hotelzimmer befreit und eine der Angeklagten verhaftet werden. Sie ist die Halbschwester von einem der Mädchen. Kurze Zeit später verhaftete die Polizei die zwei anderen Angeklagten und befreite zwei 14-jährige Mädchen. Außerdem wurden vier gefährdete Kinder, zwei Mädchen und zwei Jungen zwischen ein und sieben Jahren in Schutz genommen.

Schnelle Verurteilung sendet starke Botschaft an Betroffene

Alle Kinder wurden in eine sichere Nachsorge-Einrichtung vermittelt, in der sie von IJM Psychologen und Sozialarbeitern begleitet werden. Reynaldo Bicol, Büroleiter von IJM Manila, dankt den Behörden auch mit Blick auf die Betroffenen für den schnellen Prozess und dass keines der Kinder vor Gericht aussagen musste. „Wir hoffen, dass durch die Verurteilung der Täter und ihre Schuldeingeständnisse die Kinder verstehen, dass sie selbst keine Schuld trifft“, sagt Bicol. Viele Betroffene fühlen sich selbst schuldig für das, was ihnen angetan wurde. Diese Gedanken zu durchbrechen ist Teil der Therapie. Die Verurteilung der Täter kann dafür sehr entscheidend sein.

Zwei der Angeklagten wurden am 15. August in Illigan City wegen Menschenhandel und Kindesmissbrauch in der Pornografie mit jeweils 23 Jahren Haft verurteilt. Eine der Angeklagten, die Halbschwester eines Mädchens, ist jedoch selbst minderjährig, sodass ihre Strafe ausgesetzt wird. Die dritte Angeklagte soll Geld von einem Online-Kunden erhalten haben, bevor eine so genannte „Sex-Show“ mit den betroffenen Mädchen stattfand. Sie bekannte sich schuldig und wurde zu maximal sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Entschlossenheit der Behörden bestärkt IJM, das Verbrechen dauerhaft beenden zu können

Der 13 Tage andauernde Gerichtsprozess ist der schnellste, den IJM auf den Philippinen in einem Fall von Sexueller Online Ausbeutung bisher unterstützt hat. Erst vergangene Woche war der Rekord von 37 Tagen zwischen Verhaftung und Verurteilung in einem ähnlichen Fall in Iligan City erreicht worden.

"Wir danken der stellvertretenden Staatsanwältin Jasmin Diaz für ihre Arbeit“, sagt Bicol und betont weiter: „Wir werden nicht aufgeben, dieses Verbrechen zu stoppen. Denn Gerechtigkeit für die Ärmsten ist möglich, ja unaufhaltsam, wie dieser Fall erneut zeigt.“

IJM hat die philippinischen Strafverfolgungsbehörden in den vergangenen vier Jahren bei sechs Befreiungseinsätzen in Iligan City unterstützt. Dabei konnten über 20 Verdächtigte festgenommen werden, 18 von ihnen wurden wegen Menschenhandel und Kindesmissbrauch angeklagt. 35 Minderjährige wurden befreit. Mehr als die Hälfte von ihnen ist 12 Jahre alt oder jünger. Das jüngste Opfer war erst acht Monate alt.

Sexuelle Online Ausbeutung ist ein internationales Verbrechen

Laut den philippinischen Strafverfolgungsbehörden sollen die drei verurteilten Täter in Iligan City mit Kunden aus aller Welt in Kontakt gestanden haben, die für den sexuellen Missbrauch von Kindern im Internet zahlten. Sie stammen aus Deutschland, Kanada, Neuseeland, Schweden, den USA, Großbritannien, Norwegen, Malaysia, Hong Kong, Belgien, Spanien, Korea, Island, Costa Rica und Saudi-Arabien.

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