Sklaverei in indischer Schuhfabrik aufgedeckt

IndienWeltweite Arbeit
02. 11. 2017, 09:00 Uhr

11 Jugendliche und junge Männer endlich in Freiheit

Bangalore, Indien – Im Februar 2017 befreite IJM mit der Polizei elf Arbeiter aus einer Schuhfabrik. Einige von ihnen wurden dort bis zu vier Jahre in Sklaverei festgehalten. Unter den Befreiten befanden sich drei Jungen im Teenageralter und acht junge Männer. Aus ihrer Heimat im nördlichen Indien wurden sie nach Bangalore verschleppt. Menschenhändler hatten ihnen eine gutbezahlte Arbeitsstelle versprochen. Stattdessen wurden sie in der Schuhfabrik festgehalten, strengstens kontrolliert und gewaltsam zur Arbeit gezwungen.

15 Stunden pro Tag für Highheels

Die Männer schufteten sieben Tage die Woche von acht Uhr morgens bis 23 Uhr, um Highheels für Frauen herzustellen. Sie arbeiteten mit kochend heißen Geräten, atmeten aggressive Chemikalien ein und mussten in demselben Raum essen und schlafen. Manche von ihnen wurden auf diese Weise bis zu vier Jahre lang in Sklaverei festgehalten.

Fluchtversuche wurden brutal bestraft

Einer der Männer sagte nach seiner Befreiung: „Vier Jahre lang durfte ich nicht nach Hause, obwohl ich mehrmals danach fragte. Ich dachte daran, wegzurennen. Aber andere, die das versucht hatten, wurden zurückgebracht. Zur Strafe wurden sie mit Eisenstangen geschlagen, mit langen Nadeln gefoltert und sieben Tage lang eingeschlossen.“

IJM deckt Sklaverei in der Fabrik auf

Ermittler von IJM in Bangalore entdeckten die massive Ausbeutung und Gewalt an den Arbeitern. Sie alarmierte die Polizei und koordinierten eine gemeinsame Befreiungsaktion. Alle Männer wurden in Sicherheit gebracht. Zudem wurden Beweise aufgenommen, die dazu beitragen, dass die mutmaßlichen Täter angeklagt werden kann.

In Freiheit und Sicherheit

Nach der Befreiung stellten die lokalen Behörden jedem Befreiten ein Entlassungszertifikat aus. Eine solche Urkunde bekommen Menschen, die aus Sklaverei befreit werden. Damit werden falsche Schulden und andere Ansprüche seitens der Menschenhändler oder Sklavenhalter für nichtig erklärt. Die Beamten stellten darüber hinaus die Erstversorgung der Befreiten sicher. Sie erhielten umgehend eine warme Mahlzeit und ärztliche Betreuung. Anschließend reisten die acht Männer mit dem Zug zurück in ihre Heimat Bihar. Sozialarbeiter von IJM begleiteten die Heimkehrer, um sie bei den ersten Schritten zurück in Freiheit zu unterstützen.

Die drei Jugendlichen stehen noch unter dem Schutz der Behörden, die intensiv prüfen, wann es für sie sicher genug ist, nach Hause zurückzukehren. Dazu müssen die genaueren Umstände untersucht werden, wie die Jugendlichen in die Hände der Menschenhändler geraten sind. Auch ihnen stehen unterstützend Sozialarbeiter von IJM bei.

Weltweit werden in Asien am meisten Schuhe hergestellt. Immer wieder geraten Fabriken in den Blickpunkt, in denen die Arbeit unter schlechten Bedingungen arbeiten und sogar in Sklaverei festgehalten werden. Doch zu viele Fabriken sind noch nicht im Visier und die vielen Menschen, die darin leben und arbeiten müssen, warten auf Befreiung.

Unterstützen Sie die Ermittler und Mitarbeiter von IJM in Indien, damit noch mehr Menschen aus Sklaverei befreit werden!

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