Thailand: Menschenhändlerring aufgeflogen

KambodschaThailandWeltweite Arbeit
28. 06. 2018, 19:00 Uhr

Bangkok – Die thailändische Polizei konnte einen mutmaßlichen Menschenhändler festnehmen. Als Schlüsselfigur eines grenzüberschreitenden Netzwerkes soll er verantwortlich für die Verschleppung und Ausbeutung hunderter kambodschanischer Männer in der thailändischen Fischindustrie sein. Der Erfolg im Kampf gegen Menschenhandel gelang dank der guten Zusammenarbeit mit dem Nachbarland Kambodscha.

Der Fall begann im letzten Jahr, als mehrere Arbeiter nach Kambodscha heimkehrten. Sie berichteten von Monaten in Zwangsarbeit, während derer sie im Golf von Thailand auf Fischerbooten schuften mussten. Ihnen war ein fairer Lohn versprochen wurden, auf den Booten erwarteten sie jedoch unmenschliche Zustände und wenig bis keine Bezahlung.

Länderübergreifende Zusammenarbeit

Nach ihrer Heimkehr konnte IJM gemeinsam mit Partnerorganisationen dafür sorgen, dass die Arbeiter Hilfe erhielten. Neben praktischer Unterstützung beim Aufbau eines neuen Lebens in Freiheit sorgten Mitarbeiter von IJM auch dafür, den Fall vor kambodschanische und thailändische Gerichte zu bringen.

Die Behörden in Thailand und Kambodscha arbeiteten effektiv zusammen, um das Netzwerk der Menschenhändler auflösen zu können. Beide Polizeieinheiten zeigten sich aktiv darin, das kriminelle Netzwerk zu identifizieren, die Zeugenaussagen der heimgekehrten Betroffenen einzuholen und mehrere Festnahmen in beiden Ländern durchzuführen. In Kambodscha mussten sich weitere mutmaßliche Mitglieder des Menschenhändlerrings bereits vor Gericht verantworten.

Menschenhandel bleibt nicht straflos

Sowohl die Verhaftung in Thailand als auch die Gerichtsprozesse in Kambodscha machen eines ganz klar: Menschenhandel und Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte bleiben nicht folgenlos. die Verbrecher werden zur Rechenschaft gezogen

so Andrew Wasuwongse, der stellvertretende Leiter des IJM Büros in Bangkok.

Die Festnahme ist die erste Operation, an der IJM Bangkok aktiv beteiligt war. Das IJM Büro wird maßgeblich von der Walmart Foundation finanziert.

Der gemeinsame Einsatz von Unternehmen, Regierungen und Hilfsorganisationen zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit für den Schutz von Betroffenen ist, die in der thailändischen Fischerei ausgebeutet werden.

macht Karrie Denniston deutlich. Sie ist Senior Director der Walmart Stiftung.

Der Erfolg der Bemühungen Thailands und Kambodschas macht deutlich, dass es eine Chance für echten, nachhaltigen Wandel für die Arbeiter in den Zulieferbetrieben der Fischerei geben kann.

Studie zum Ausmaß der Ausbeutung in Thailand

IJM arbeitet seit 2017 in Bangkok. Das Büro wurde eröffnet, um mit der Regierung und den Behörden ein Modell zu entwickeln, das die Arbeitssklaverei in der Fischereiindustrie stoppt und betroffene Männer schnellstmöglich aus ihrer Not befreit. Die Walmart Stiftung finanzierte dort bereits eine Studie, die erstmals messbare Daten zum Ausmaß von Arbeitssklaverei in der Fischereiindustrie Thailands zur Verfügung stellt.

Spenden