Wie IJM ein Ehepaar stark gegen Rechtlosigkeit macht: Spender im Portrait

IJM Deutschland
31. 05. 2018, 16:00 Uhr

Als Barbara und Stephan Mütschard aus Mexiko zurück nach Deutschland kamen, schworen sie sich, ihre Ohnmacht gegen willkürliche Gewalt zu überwinden. Zu tief saß ihr Schock, als sie machtlos mitansahen, wie ein armer Mensch willkürlich zu Jahren im Gefängnis verurteilt wurde. Lesen Sie, wie ihnen IJM aus ihrer Verzweiflung half.

Alltägliche Willkür und Übergriffe in Mexiko

Stephan Mütschard: Wir haben 16 Jahre in Mexiko gelebt und dort Pastoren und Mitarbeiter in evangelischen Kirchen ausgebildet. Viele unser Freunde aus der indigenen Bevölkerung erleben dort Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Zwangsstrukturen. Wir würden es nicht Sklaverei nennen, aber die Situationen weckten in uns die Vorstellung von Leibeigenschaft. Maßlose Arbeitszeiten, Rückstände von Lohnzahlungen und Korruption. Wir nahmen natürlich regen Anteil am Leben unserer Freunde, konnten aber kaum etwas an ihrer Situation ändern. Das war sehr schlimm für uns.

Ohnmacht angesichts der Verurteilung ihres armen Freundes

Barbara Mütschard: Eine Geschichte ist uns besonders nah gegangen. Der Bruder eines Freundes stammte aus einer ländlichen, sehr armen Bergregion Mexikos. Man bezichtigte ihn der Vergewaltigung und er kam sofort ins Gefängnis. Wir wussten, dass er unschuldig war und mein Mann setzte sich für ihn ein. Damit wurde die Situation aber noch schlimmer. Die Behörden, der Gouverneur und ein Rechtsanwalt erhofften sich wohl von reichen Ausländern Schmiergelder. Als kein Geld floss, bewegte sich nichts mehr. Der Beschuldigte musste Jahre im Gefängnis absitzen, obwohl er unschuldig war. Als wir 2008 nach Deutschland zurückkehrten, saß er immer noch im Gefängnis.

Stephan Mütschard: Mehrere solcher Situationen führten an unsere Grenzen. Wir fühlten uns absolut hilflos, machtlos. Das zeigte uns: Wer in diesem Gebiet etwas nachhaltig bewegen will, muss organisatorisch, strukturell und finanziell ganz anders aufgestellt sein.

Stephan und Barbara Mütschard.

Suche nach wirksamen Lösungen im Kampf gegen Rechtlosigkeit

Barbara Mütschard: Zunächst lernten wir eine Mitarbeiterin von IJM kennen, die uns von ihrer Arbeit erzählte. Später besuchten wir in Münster das Musical „Amazing Grace“, in dem die Abschaffung der Sklaverei zur Zeit von William Wilberforce Thema ist. Wir waren berührt von der dargestellten Ohnmacht der Armen und Rechtlosen, weil es uns an die Situation unserer Freunde in Mexiko erinnerte.

IJM war bei dieser Veranstaltung mit einem Stand vertreten, den unsere Bekannte von IJM betreute. Wir freuten uns über das Wiedersehen und kamen nach dem Erlebten ins Nachdenken. Es sprach uns aus dem Herzen, dass wir praktisch etwas tun können gegen moderne Sklaverei, indem wir IJM unterstützen. Durch die Arbeit von IJM werden Menschen aus Sklaverei befreit und betreut, werden Täter hinter Gitter gebracht und Rechtssysteme des Landes gestärkt.

Gemeinsame christliche Identität

Stephan Mütschard: Dass IJM aus christlicher Motivation Menschen aus Unterdrückung heraushilft, ist für uns ganz zentral. Wir haben die gleiche Überzeugung: Während wir uns im theologischen Lehrdienst engagieren, kümmert sich IJM mit der gleichen christlichen Motivation um Freiheit und Gerechtigkeit. Christliche Nächstenliebe gibt Kraft für nachhaltige Hilfe, gerade wenn es um langfristige Veränderungen im Leben der Opfer geht.

Wünsche und Anregungen für IJM

Barbara Mütschard: Ich finde es als Lehrerin hilfreich, dass IJM sehr gut ausgearbeitetes Unterrichtsmaterial zum Thema anbietet. Es wurde von meinen Schülern begeistert angenommen. Super wäre es, mal einen IJM-Mitarbeiter für meinen Unterricht zu bekommen. Ich glaube jemand, der die Arbeit von IJM vor Ort gesehen hat, würde bei meinen Schülern einen tiefen Eindruck hinterlassen. Die Schule ist eben auch ein wichtiger Ort der Öffentlichkeitsarbeit.

Wir sind sehr dankbar für den weltweiten Einsatz der Mitarbeiter von IJM!

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