Klartext an die Politik: Stopp Sklaverei!

Politische Arbeit
27. 04. 2018, 10:00 Uhr

In dieser Woche finden die Abgeordneten des Deutschen Bundestages in ihren Postfächern ein Schreiben von IJM, in dem sie aufgefordert werden, Sklaverei zu einem Thema mit Priorität in Deutschland zu machen.

Sklaverei erlebt zurzeit Konjunktur

Als oftmals risikofreies Geschäftsmodell lohnt sich Sklaverei mancherorts mehr als Drogen- oder Waffenhandel. Dabei ist es nicht beschränkt auf einzelne Branchen oder Länder. Man findet Sklaverei überall, wo Menschen verwundbar werden, zum Beispiel durch Armut. Epidemisch wird Sklaverei dann, wenn Täter straffrei bleiben. Schieben wir dem als internationale Gemeinschaft und Bundesrepublik Deutschland nicht entschlossen einen Riegel vor, wird Sklaverei sich weiter unaufhaltsam ausbreiten.

auch Deutsche Täter bei sexueller Online-Ausbeutung philippinischer Kinder

Auch Deutschland Teil des Problems

Als ein globales Problem stellt Sklaverei unterschiedliche Länder vor gemeinsame Herausforderungen. Unsere Politik hat entscheidende Auswirkungen auf Sklaverei in anderen Weltregionen: Unsere Migrationspolitik hat Folgen auf die Situation von Flüchtlingen in Libyen. Unsere Regelungen für deutsche Unternehmen beeinflussen die Arbeitssituation und mögliche Ausbeutung von Menschen in asiatischen Produktionsfirmen. Unsere Technik basiert auf Mineralien und Metallen, die oftmals von Kindern unter widrigsten Bedingungen in Konfliktregionen abgebaut werden. Schaffen wir es nicht, deutsche Pädokriminelle für ihre Ausbeutung von Kindern im Internet hierzulande strafrechtlich effektiv zur Verantwortung zu ziehen, befeuert dies den Markt auf den Philippinen, wo Kinder bereits im Säuglingsalter für sexuelle Zwecke angeboten werden.

deutsche Wirtschaft profitiert von Ausbeutung asiatischer Arbeiter

Aufruf an die Bundesregierung: Stopp Sklaverei!

Als internationale Anti-Sklavereiorganisation rufen wir die Bundesregierung dazu auf, Sklaverei in der neu angefangenen Legislaturperiode mit Priorität anzugehen. Tausende Bundesbürger, die unsere Petition unterzeichnet haben, unterstützen diesen Aufruf.

Ein entschlossenes Vorgehen erfordert eine angemessene Finanzierung des Kampfes gegen Sklaverei. IJM Deutschland begrüßt daher eine deutsche Beteiligung am Global Fund to End Modern Slavery. Weiterhin braucht es eine resortübergreifende Strategie, die sicherstellt, dass alle relevanten Aspekte abgedeckt und Ressourcen effizient eingesetzt werden. Nicht zuletzt muss die deutsche Wirtschaft mit einbezogen werden. Über ihre Lieferketten sind auch deutsche Unternehmen eng mit dem Problem verbunden, können so aber auch einen ausschlaggebenden Einfluss auf die Bekämpfung von Sklaverei haben. Ich bin froh, dass einige deutsche Unternehmen hier bereits vorbildhaft vorangehen.

Aufruf an den Leser und die Leserin

Ein Ende von Sklaverei erfordert unser aller Einsatz. Helfen Sie mit und unterzeichnen Sie noch heute unsere Petition. Auf unseren sozialen Kanälen rufen wir in den folgenden Tagen dazu auf, politische Entscheidungsträger anzuschreiben und nach ihrem Einsatz gegen Sklaverei zu fragen. Werden Sie aktiv und beteiligen Sie sich.

Gemeinsam können wir Sklaverei etwas Substanzielles entgegensetzen.

Bis alle frei sind!

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