10 Jahre Gefängnis: Indisches Gericht bestraft Menschenhändlerin mit Höchststrafe

IndienWeltweite Arbeit
05. 04. 2018, 17:00 Uhr

Kalkutta - Am 2. April sprach ein indisches Gericht eine Bordellbesitzerin schuldig. Als Kopf eines Menschenhändlerrings war sie dafür verantwortlich, dass junge Mädchen aus Bangladesch verschleppt und brutal zur Prostitution in indischen Bordellen gezwungen wurden. Die Frau wurde zu 10 Jahren Haft verurteilt – damit verhängte das Gericht die Höchststrafe.

Das kriminelle System der Bordellbesitzerin funktionierte grenzüberschreitend. In ländlichen Gegenden in Bangladesch wurden Mädchen im Teenageralter mit der Aussicht auf Arbeit in Indiens Großstädte gelockt und dort in Bordellen festgehalten und sexuell ausgebeutet.

Brutale Ausbeutung im Bordell

Ermittler von IJM erfuhren davon und konnten gemeinsam mit den lokalen Behörden im Januar 2012 zwei Mädchen befreien. Ihre Zeugenaussagen belegten die brutale Ausbeutung der Bordellbesitzerin und das systematische Brechen ihres Willens, um sie gefügig zu machen.

Saptarshi Biswas, Leiter der Rechtsabteilung für IJM Kalkutta, erinnert sich:

Beide Mädchen wurden durch systematische Folter, psychische Gewalt und Vergewaltigungen so lange gequält, bis sie sich bereit erklärten, als Prostituierte zu arbeiten. Eines der Mädchen wurde später zu einer Abtreibung gezwungen und genötigt, Steroide zu schlucken, um zuzunehmen.

Mitarbeiter von IJM unterstützen die Staatsanwaltschaft während des Prozesses gegen die Bordellbesitzerin. Sie versuchte wiederholt, nach Zahlung einer Kaution auf freien Fuß zu kommen. Das Gericht gab dem jedoch nicht statt, damit sich die Angeklagte nicht plötzlich absetzen konnte.

Harte Strafe für Menschenhandel

Sechs Jahre nachdem das Verfahren eröffnet wurde, endete es am 2. April 2018 mit einem Schuldspruch. Die Bordellbesitzerin wurde unter anderem für Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen verurteilt. Der Richter entschied sich für die Höchststrafe. Die Frau muss eine 10-jährige Haftstrafe absitzen und eine Geldstrafe von 100.000 Rupien (ca. 12.200 Euro) zahlen. Das Gericht empfahl den lokalen Behörden in Kalkutta auch, den Mädchen für das Erlittene finanzielle Unterstützung zu gewähren. Für IJM stellt der Richterspruch einen wichtigen Erfolg dar. Harte Strafen sind wichtige Präzedenzfälle für die Zukunft und schrecken andere Kriminelle in der Region ab.

neue Hoffnung für die Zukunft

Die beiden Mädchen, die als Zeuginnen vor Gericht aussagten, kehrten bereits 2014 in ihre Heimat zurück. Mitarbeiter von IJM begleiteten sie und stellten sicher, dass sie in Sicherheit das Erlebte verarbeiten und neue Hoffnung für die Zukunft schöpfen konnten. In ihrem Fall hat die Gerechtigkeit gesiegt. Aufgrund ihrer mutigen Zeugenaussage hat die Bordellbesitzerin nun keine Chance mehr, weitere Mädchen auszubeuten.

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