Globaler Fond gegen Sklaverei: Auch mit deutscher Beteiligung?

Politische Arbeit
20. 02. 2018, 17:00 Uhr

Sklaverei weltweit bis 2030 beenden. Das ist ein erklärtes Ziel der UN in den Nachhaltigen Entwicklungszielen. Zur Unterstützung dieses Ziel sammelt der Global Fund to End Modern Slavery (GFEMS) internationale Gelder, um Sklaverei zu beenden. Auch Entwicklungsgelder aus Deutschland? Der CDU-Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich traf Anfang Februar in Washington, D. C. die GFEMS-Geschäftsführerin Dr. Jean Baderschneider. Heinrich begrüßte dort die Initiative des globalen Fonds und hält eine deutsche Beteiligung für sehr wünschenswert.

Was ist der Global Fund to End Modern Slavery?

Der Global Fund to End Modern Slavery (GFEMS) ist eine mutige, neu gegründete öffentlich-private Partnerschaft. Sie soll

a) Dringend benötigte Gelder zur Bekämpfung von Sklaverei sammeln

Mit 1,5 Milliarden US-Dollar von Regierungen und Konzernen will der GFEMS den 150 Milliarden US-Dollar Profit, die jährlich durch Menschenhandel erwirtschaftet werden, endlich substanziell Widerstand leisten. Ein großes Ziel hinsichtlich der lediglich 125 Millionen US-Dollar, die von Regierungen bisher für den Kampf gegen Sklaverei bereitgestellt wurden.

b) Wirkungsvolle Strategie gegen Sklaverei entwickeln

Bislang alleinstehende Bemühungen von Staaten und weiteren Akteuren sollen in eine gemeinsame und dadurch kraftvollere Strategie gebracht werden. Diese nimmt zwei Punkte in den Fokus, die bisher fehlten, um Sklaverei zu beenden:

  1. dass Täter zuverlässig durch Rechtssysteme zur Verantwortung gezogen werden. Das Risiko bestraft zu werden ist bisher in vielen Weltregionen sehr klein oder besteht sogar gar nicht. Wenn niemand Menschenhändlern und Sklavenhaltern die Stirn bietet, werden sie weiterhin ihren größten Profit anstreben – auf Kosten der Freiheit und Würde von Menschen
  2. dass engagierter und mutiger Einsatz gegen Sklaverei in Lieferketten der Normalzustand bei Unternehmen ist. Es gibt bereits eine Vielzahl von Unternehmen, die großartige Vorreiter im Kampf gegen Sklaverei sind. Bei ihren Zulieferern und Partnern konnten sie damit die Lebensrealität von Tausenden verändern. Was würde passieren, wenn dies für alle Unternehmen der Standard wäre?

Eine deutsche Beteiligung am GFEMS?

Nachdem bereits die USA und Großbritannien jeweils 25 Millionen US-Dollar bereitstellten und erste private Geber dazu stießen, ist der GFEMS auf der Suche nach weiteren Staaten und Unternehmen, die sich seiner Vision anschließen.

Anfang Februar konnte sich der deutsche Bundestagsabgeordnete Frank Heinrich (CDU) persönlich ein Bild von der neuen Initiative machen. Sowohl in seinem Amt im Deutschen Bundestag wie auch als Vorstandsvorsitzender des Bündnisses „Gemeinsam gegen Menschenhandel“ setzt er sich seit Jahren für ein Ende von Sklaverei und Menschenhandel in und durch Deutschland ein.

Im Gespräch mit der Geschäftsführerin des GFEMS, Dr. Jean Baderschneider, beratschlagte er, wie die bisher als anglo-amerikanische Partnerschaft wahrgenommene Initiative wahrhaft global werden kann. Ihm sei dafür viel Offenheit und ein konstruktives Miteinander entgegen gebracht worden, berichtet Heinrich.

„Besonders begeistert mich der Ansatz, Sklaverei zu beenden, indem man das Verbrechen unrentabel macht. Es geht nicht darum, den Zustand zu beklagen, sondern einen langen Prozess anzustoßen, der nachhaltig Veränderung bringt. Eine deutsche Beteiligung am Global Fund to End Modern Slavery würde ich sehr begrüßen!“, so Frank Heinrich.

IJM Deutschland fordert von deutscher Politik stärkeres Engagement gegen Sklaverei

In einer Petition fordert IJM Deutschland, dass die nächste Bundesregierung Sklaverei zu einem Prioritätenthema macht und sich anderen europäischen Ländern wie Großbritannien und Frankreich als Vorreiter anschließt. Ein wichtiger Teil dieser Forderung ist eine deutsche Beteiligung am GFEMS.

Tausende Unterstützer haben die Petition bereits online und offline unterzeichnet. Solange keine neue Regierung gebildet wurde und ein Termin zur Petitionsübergabe vereinbart werden konnte, sammeln wir weiter Online-Unterschriften.

Hier können Sie die Petition unterzeichnen!

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