Cybersex-Ausbeutung: Kinder über Messenger-Dienste ausgebeutet

PhilippinenWeltweite Arbeit
24. 10. 2019, 18:00 Uhr

MANILA - Am 21. Oktober 2019 führte das Philippine National Police Women and Children's Protection Center (PNPWCPC) gemeinsam mit IJM eine Razzia durch, bei der insgesamt sieben Kinder zwischen 3 und 14 Jahren befreit werden konnten. Sie waren von einem Mann und einer Frau sexuell ausgebeutet worden, die dann Aufnahmen des Missbrauchs über Messenger-Dienste verkauft haben. Eines der betroffenen Kinder, ein 14-jähriger Junge, war der Sohn der Täterin. Die anderen sind Neffen und Nichten der beiden.

Eine Sozialarbeiterin trägt eines der betroffenen Kinder aus dem Haus der Täter.

Frei dank internationaler Zusammenarbeit

Die philippinische Polizei war in der Lage, die mutmaßlichen Täter direkt festzunehmen. Sie werden sich nun vor Gericht für ihre Taten verantworten müssen.

Die betroffenen Kinder befinden sich alle in der Obhut von qualifizierten Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, die bereits bei der Razzia anwesend waren. So kann von Anfang an Vertrauen zu den Kindern hergestellt werden. Sie erhalten jetzt spezielle traumafokussierte Nachsorge, um das Erlebte verarbeiten zu können.

Die Befreiung wurde durch die hervorragende internationale Zusammenarbeit verschiedener Polizeibehörden und IJM möglich. Neben den philippinischen Behörden waren auch Beamte aus den USA bei der Razzia anwesend.

Der Leiter des PNPWCPC, William C. Macavinta, bestätigt dies: „Der Erfolg dieser Aktion kam nur dank der gemeinschaftlichen Anstrengungen mehrerer Behörden zustande. Gemeinsam mit den Kollegen aus den USA arbeiten wir daran, die Cybersex-Ausbeutung philippinischer Kinder zu stoppen."

Reynaldo Bicol von IJM Manila appelliert an die Zivilgesellschaft.

Cybersex-Ausbeutung ist auch deshalb ein so perfides Verbrechen, weil das Vertrauen der Kinder zu ihren Verwandten von den Tätern so schamlos ausgenutzt wird. Hinzu kommt, dass die Philippinen flächendeckend mit Internet-Zugang versorgt sind und einfachste technische Geräte und alltägliche Messenger-Dienste reichen, um mit dem Missbrauch von Kindern Geld zu verdienen. Täter, die dieses Material käuflich erwerben, sitzen häufig im Ausland. Umso wichtiger ist die Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden anderer Länder, für die sich IJM eingesetzt hat.

Reynaldo Bicol, Leiter des IJM Büros in Manila, sieht die Verantwortung zur Prävention von Cybersex-Ausbeutung jedoch auch an anderer Stelle: „Es ist unfassbar, dass Kinder in unserer Mitte von denen ausgebeutet werden, die ihnen am nächsten stehen sollten. Als Gesellschaft haben wir deshalb eine besondere Verantwortung. Wir müssen wachsam sein und mit offenen Augen durch den Alltag gehen. Es ist wichtig, verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei zu melden und die Beamten so bei der Verhinderung von Cybersex-Ausbeutung zu unterstützen."

Hilf uns, weiter Kinder auf den Philippinen aus Cybersex-Ausbeutung zu befreien!

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