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54 Fischer auf thailändischen Kuttern aus Sklaverei befreit

Kambodscha - Nach vier grauenvollen Monaten auf thailändischen Fischkuttern konnten 54 Männer aus der Sklaverei befreit werden. Die Gastarbeiter aus Kambodscha waren über eine Jobvermittlung nach Thailand gekommen. Sie wollten in der Fischerei arbeiten, um ihren Familien zu Hause regelmäßig Geld überweisen zu können. Doch kurz nach ihrer Ankunft wurden sie verschleppt und ausgebeutet.

Gefangen auf rauer See

Sie lebten auf den Fischkuttern und hatten schwere, lange Arbeitstage. Sie warfen die Fischernetze aus und holten die vollen Netze später mit den bloßen Händen wieder ein. Sie schliefen auf engstem Raum in der ständigen Angst, im Schlaf vom Kutter in die raue See zu fallen. Sie hatten kaum etwas zu essen und bekamen am Ende des Tages lediglich einen mickrigen Lohn des thailändischen Kapitäns.

Er behielt die Ausweise der Männer bei sich, sodass sie nicht fliehen konnten, selbst wenn die Kutter für kurze Zeit in einem Hafen ankerten.

In Indonesien wegen illegaler Fischerei verhaftet

Sklaverei

Viele Gastarbeiter aus Kambodscha werden in der Fischindustrie Thailands in Sklaverei festgehalten.

Nach einigen Wochen erreichten die Kutter indonesisches Gewässer. Da sie dort keine Genehmigung zum Fischen hatten, wurden sie von der indonesischen Polizei verhaftet. Die verwirrten, hungrigen und von ihrem letzten Hab und Gut sowie Ausweisen enteigneten Männer wurden einen Monat lang bei den Behörden festgehalten.

Internationale Hilfe setzt sich für die Männer ein

Dann wurde die Internationale Organisation für Migration (IOM) auf die Männer aufmerksam und schaltete weitere Nicht-Regierungsorganisationen ein, um die Männer nach Kambodscha zurückzubringen und zu ermitteln, wer sie angeheuert, verschleppt und ausgebeutet hat.

Sklaverei-Fischerei

Einer der befreiten Männer macht bei der Polizei seine Aussage. Unsere Mitarbeiterin steht ihm dabei zur Seite.

IJM hilft Behörden in Kambodscha bei der Ermittlung

IJM in Kambodscha half den kambodschanischen Behörden bei der Befragung der 54 Männer. Nun soll der Arbeitsvermittler in Kambodscha ausfindig gemacht werden. Er wird verdächtigt, regelmäßig Männern und Frauen vermeintliche Jobangebote zu verschaffen, um sie dann an Sklavenhändler in den Nachbarländern zu verkaufen.

Zusammen mit mehreren Hilfsorganisation ist IJM auch dabei, den 54 Männern beizustehen, dass sie zügig zu ihren Familien zurückkehren können und einen neuen, sicheren Arbeitsplatz finden.

Neuer Arbeitsbereich für IJM Kambodscha

Berichte über Sklaverei in Südostasien machen international Schlagzeilen. Das im Herzen der Region gelegene Kambodscha ist ein Ursprungs-, Transit- und Zielland für Arbeitssklaverei. Seit 2016 verlagert IJM in Kambodscha daher seinen Schwerpunkt darauf, mit den kambodschanischen Behörden Fälle im In- und im Ausland aufzudecken. Die Beteiligung an der Befreiung der 54 Männer ist der erste Fall von Arbeitssklaverei, den IJM Kambodscha unterstützt hat.

Helfen Sie uns, dass wir noch mehr Menschen aus Sklaverei in Südostasien befreien können. Ihre Spende macht einen Unterschied für jeden Einzelnen, der in Freiheit zurück nach Hause kehren kann. Vielen Dank!

 

Spenden
Juni 2016

 

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