Verschleppt. Verkauft. Vergewaltigt.

Sexhandel macht Frauen und Kinder zu käuflicher Ware. Das weltweite Gewerbe macht durch Täuschung und Zwang überwiegend Frauen und Kinder zu Opfern von sexueller Gewalt und Missbrauch. An die Sexindustrie verkauft, wird die Mehrzahl der Betroffenen zur Prostitution gezwungen. Menschenhandel gehört weltweit zu dem am schnellsten anwachsenden kriminellen Gewerbe.
"Ich wurde wie ein Gegenstand behandelt.
Ich war 13 Jahre alt und musste Dinge tun, die ich niemals freiwillig getan hätte.“
Suhanna, Indien, befreit aus Zwangsprostitution

Fakten

  • Weltweit werden jährlich etwa zwei Millionen Kinder zu kommerziellen Zwecken sexuell ausgebeutet.1
  • Etwa 80 Prozent der weltweiten Opfer von Menschenhandel ist weiblich, 50 Prozent von ihnen sind minderjährig.²
  • Der globale Marktwert von illegalem Menschenhandel wird jährlich auf circa 32 Milliarden US-Dollar geschätzt.3
  • Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) schätzt, dass 79 Prozent aller Opfer von Menschenhandel sexuell ausgebeutet werden.4
1 International Labour Organization (2002). A future without child labour. Global Report under the Follow-up to the ILO Declaration on Fundamental Principles and Rights at Work. ILO: Geneva
2 United Nations Office on Drugs and Crime (2014). Global report on trafficking in persons.
3 International Labour Organization (2005). A global alliance against forced labour. Global Report under the Follow-up to the ILO Declaration on Fundamental Principles and Rights at Work. ILO: Geneva.
4 United Nations Office on Drugs and Crime (2014). Global report on trafficking in persons.

Ursachen

Viele Betroffene von sexueller Ausbeutung kommen aus armen Familienverhältnissen. Ihre verzweifelte wirtschaftliche Lage bringt sie dazu, sich auf riskante und fragwürdige Geschäfte einzulassen. Durch erfundene Jobangebote oder falsche Heiratsanträge gelingt es den Menschenhändlern, dass Eltern ihnen ihre Kinder überlassen oder junge Frauen bereitwillig mit ihnen gehen.

Sobald die Kinder und Frauen verschleppt oder verkauft wurden, sind sie ständiger Gewalt und sexueller Nötigung ausgesetzt - durch Zuhälter, Anwerber und Kunden. Meist ohne Empfängnisverhütung und Schutz vor HIV/AIDS sowie sexuell übertragbaren Krankheiten müssen sie tun, was von ihnen verlangt wird. Überlebende berichten uns, dass sie mit Stöcken, elektrischen Kabeln und Metallruten geschlagen und gequält wurden. Einige wurden durch Drogen gefügig gemacht.

Sexhandel ist ein weltweites Phänomen. Besonders verbreitet ist das kriminelle Gewerbe in Ländern mit einem schwachen Rechtssystem, das Opfer nicht ausreichend schützt. Wenn Täter keine Konsequenzen für ihre Verbrechen befürchten müssen, steigen die Opferzahlen. Doch die Zahl der Verbrechen nimmt ab, wenn die Wahrscheinlichkeit von strengen Gefängnisstrafen und hohen Geldstrafen für die Täter steigt und damit auch das Risiko, wirtschaftlich weniger erfolgreich zu sein.

Unsere Antwort

IJM bekämpft Sexhandel in Kambodscha, Indien, den Philippinen und der Dominikanischen Republik.

Opfer befreien

Wir machen Kinder und Frauen ausfindig, die gezwungen werden, in der Sexindustrie zu arbeiten. Zusammen mit den zuständigen Behörden vor Ort unterstützen wir gemeinsame professionelle Strafverfolgungs- und Rettungsoperationen. Wir gewährleisten, dass alle involvierten Personen dabei mit Würde behandelt werden.

Täter überführen

Wir helfen Beweismaterial gegen Menschenhändler, Zuhälter und weitere Straftäter sicherzustellen, um ihre Strafverfolgung voranzutreiben.

Menschen stärken

Wir entwickeln individuelle Therapiepläne für jeden Überlebenden, bieten Traumatherapie an und arbeiten mit Partnern verschiedener Nachsorgeeinrichtungen zusammen. Darüber hinaus unterstützen wir unsere Klienten, die Schule zu besuchen oder eine Berufsausbildung anzufangen.

Rechtssysteme stärken

Für Polizisten, Anwälte, Mediziner und andere Fachleute vor Ort bieten wir Training und praktische Beratung an, Fälle von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung zu verfolgen. Wir setzen uns für Verbesserungen im Rechtssystem ein, um sicherzustellen, dass Fälle angehört und Überlebende geschützt werden.

 

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