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Ghana: 24 Jungen auf dem Voltasee befreit

Früh am Morgen, 24. Januar 2017. In der Dämmerung bereitet sich IJM mit der Polizei auf den kommenden Befreiungseinsatz vor. Acht Rettungsboote stehen am Ufer des Voltasees bereit. Aufregung liegt in der Luft. Ermittler, Anwälte und Sozialarbeiter von IJM sind in Position, ebenso die Polizisten.

Seit Wochen haben die Ermittler und Polizisten die Kinder im Blick

24 Jungen arbeiten Tag und Nacht auf dem See. Der Jüngste von ihnen ist sieben Jahre alt. Sie müssen schwere Fischernetze in ihre kleinen Holzboote einholen. Jeder Tag ist eine Gefahr, denn die Jungen können nicht schwimmen. Die Bootsbesitzer und Fischer, die sie festhalten, verbieten es, damit sie nicht fliehen können.

Die Jungen haben nur wenig Essen, dürfen kaum schlafen und werden misshandelt, wenn sie nicht genug Fische fangen. Sie wurden aus ihren Dörfern geraubt oder verkauft. Die Männer, für deren Profit die Kinder arbeiten müssen, halten sie mit Gewalt fest.

Der Tag der Befreiung

Kurz vor halb sechs brechen die Boote auf. Heute sollen die Jungen endlich befreit werden. Zeitgleich will die Polizei die Bootsbesitzer, die die Kinder ausbeuten, verhaften.

Als das Rettungsteam die Kinder erreicht, spiegelt sich Angst in ihren Augen. Sie verstehen nicht, was passiert. Alle Kinder werden an Bord der Rettungsboote gebracht. Sozialarbeiter von IJM erklären ihnen, dass sie nun in Sicherheit sind. Es dauert eine Weile, bis die Jungen begreifen, dass sie frei sind. Dann fangen einige von ihnen an, vor Freude zu klatschen und zu singen. Der kleinste Junge fühlt sich schnell so sicher, dass er mitten im Trubel einfach einschläft.

Fast alle Kinder brauchen sofort medizinische Hilfe

An Land bekommen die Jungen medizinische Hilfe. Viele von ihnen haben Verletzungen. Drei von ihnen sind an Malaria erkrankt. Ein anderer Junge muss ins Krankenhaus. Sein Handgelenk ist seit Wochen gebrochen. Da er trotzdem weiterarbeiten musste, ist das Gelenk stark entzündet und angeschwollen.

16 Bootsbesitzer werden verhaftet 

Der Polizei gelingt es am selben Vormittag, 16 Bootsbesitzer zu verhaften. Sie werden verdächtigt, die Jungen zur Arbeit gezwungen und misshandelt zu haben. Die 24 Jungen werden in einer Nachsorge-Einrichtung untergebracht, in der sie rundum versorgt werden.

„Für die Jungen war es ungewohnt, genug zu essen zu haben, eine ganze Nacht durchzuschlafen und Zeit zum Spielen zu haben. Sie lieben es, Fußball zu spielen. In diesen Momenten sehe ich Anfänge davon, dass sie eines Tages in eine gesunde Kindheit zurückfinden.“

- ANITA BUDU, Sozialarbeiterin von IJM in Ghana

Ihre Reise zurück in eine gesunde Kindheit hat gerade erst begonnen. Es ist kein leichter Weg. IJM wird die Jungen durch unsere Psychologen und Sozialarbeiter über die nächsten Jahre begleiten.

Begleiten Sie die Jungen ebenfalls durch Ihre Spende, um ihnen jederzeit ein sicheres Zuhause und eine gute Therapie in der Nachsorge zu garantieren?

 

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Die Jungen spielen zum ersten Mal in ihrem Leben Fußball.

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