IJM in Asien

Indien

Im Kampf gegen moderne Sklaverei

In Indien werden Millionen Menschen in verschiedenen Formen von moderner Sklaverei festgehalten. Menschenhandel, Schuldknechtschaft und Zwangsprostitution sind zwar per Gesetz verboten, doch es mangelt in der Umsetzung. Täter wissen darum und wähnen sich straffrei. Das führt dazu, dass in Indien mehr Menschen in Sklaverei festgehalten werden als in irgendeinem anderen Land der Welt.

Projektziel

Zusammen mit der Regierung und den Behörden arbeiten wir landesweit an einem Modell, dass Sklaverei nachhaltig bekämpft. Durch die gemeinsame Aufklärung von Fällen, die Schulung von Beamten sowie ein großes Netzwerk von Partnern im Land wollen wir Sklaverei beenden. Die fünf IJM Büros in Indien haben dazu unterschiedliche Projektschwerpunkte.

Fortschritte

Gemeinsam mit unseren Partnern konnten wir in Indien bereits mehr als 10.000 Menschen aus Arbeitssklaverei und Schuldknechtschaft befreien. 800 Opfer konnte IJM zudem aus Zwangsprostitution befreien. Weiter hat IJM landesweit 20.000 Beamte geschult, die jetzt effektiver und entschlossen Fälle von Sklaverei aufklären können.

IJM Indien

Chennai, Indien
Eröffnet 2001
Fokus
Arbeitssklaverei beenden
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Kurzvorstellung
Bangalore, Indien
Eröffnet 2006
Fokus
Arbeitssklaverei beenden
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Kurzvorstellung
Kalkutta, Indien
Eröffnet 2006
Fokus
Zwangsprostitution beenden
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Kurzvorstellung
Delhi, Indien
Eröffnet 2012
Fokus
Arbeitssklaverei beenden
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Kurzvorstellung

Thailand

Auf der Seite der Rechtlosen

Der Norden Thailands ist hauptsächlich von indigenen Bergvölkern bewohnt. Die Hälfte der Menschen besitzt keinen Nachweis über ihre Staatsbürgerschaft. Rechtlich gesehen sind sie Thailänder, doch die Behörden erschweren den Zugang zu einer anerkannten Staatsbürgerschaft. Ohne Papiere und Ausweise können die Bewohner weder rechtmäßig arbeiten noch zur Schule gehen. Besonders staatenlose Frauen und Kinder sind der Gefahr vor Menschenhandel und Sexualverbrechen ausgeliefert. Kein Rechtssystem schützt oder verteidigt sie.

Eine weitere Form von massivem Unrecht beobachtet IJM an der Küste Thailands. Tausende Gastarbeiter aus Kambodscha und Myanmar werden in der Fischereiindustrie ausgebeutet. Oft müssen die Männer über viele Jahre auf Fischkuttern leben und unter widrigen Umständen bis zu 20 Stunden am Tag arbeiten.

Projektziele

IJM unterhält zwei Büros in Thailand. In Chiang Mai, Nord-Thailand, setzt sich IJM für die Rechte der indigenen Bergvölker ein. Mitarbeiter helfen den Menschen bei der Beantragung ihrer Papiere bei den Behörden. Darüber hinaus arbeitet IJM mit den Behörden daran, die Abwicklung dieser Fälle zu verbessern.

2017 eröffnete IJM ein weiteres Büro in Bangkok, um mit der Regierung und den Behörden ein Modell zu entwickeln, das die Arbeitssklaverei in der Fischereiindustrie stoppt und betroffene Männer schnellstmöglich aus ihrer Not befreit.

Fortschritte

Über 13.000 Einwohner der Bergvölker haben mit Hilfe von IJM einen Nachweis ihrer thailändischen Staatsbürgerschaft erhalten. In Bangkok hat IJM im Oktober 2017 eine von der Walmart-Stiftung finanzierte Studie veröffentlicht, die erstmals messbare Daten zum Ausmaß von Arbeitssklaverei in der Fischereiindustrie Thailands zur Verfügung stellt.

IJM Thailand

Chiang Mai, Thailand
Eröffnet 2000
Fokus
Hilfe für die Bergbevölkerung bei der Anerkennung von Staatsbürgerschaften und Aufklärung von Fällen sexueller Gewalt
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Kurzvorstellung

Kambodscha

Im Kampf gegen Arbeitssklaverei

Berichte über Menschenhandel und Sklaverei in Wertschöpfungsketten aus Südostasien machen international Schlagzeilen. Kambodscha liegt im Herzen dieser Region und ist Ursprungs-, Transit- und Zielland von Arbeitssklaverei. Besonders verarmte Wanderarbeiter sind gefährdet, Opfer zu werden. Noch fehlen detaillierte Studien zu dem Ausmaß von Sklaverei in Kambodscha. IJM sind jedoch Fälle und Hinweise bekannt, die auf ein hohes Vorkommen von Sklaverei hindeuten.

Projektziel

Seit 2016 liegt der Schwerpunkt von IJM auf der Bekämpfung von Arbeitssklaverei. Das Ziel ist es, nationale und grenzüberschreitende Fälle von Arbeitssklaverei aufzuklären. Mit den Behörden in Kambodscha und den Nachbarländern soll ein Modell zur Bekämpfung von Sklaverei entwickelt werden. Zuvor hat IJM über zehn Jahre gegen die Zwangsprostitution von Kindern gekämpft. Aufgrund des messbaren Rückgangs dieses Verbrechens sowie der sehr guten Zusammenarbeit mit den Behörden, hat IJM dieses Projekt abgeschlossen. Das IJM Team widmet sich jetzt Fällen von Arbeitssklaverei.

Fortschritte

Gemeinsam mit lokalen Behörden haben wir 500 Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution befreit. Eine Studie belegt, dass über den Zeitraum unserer Projektarbeit bis 2013 die Anzahl der Fälle, in denen Kinder verkauft wurden, drastisch abgenommen hat. Schätzungen zufolge sind heute nur noch 0,1 Prozent der Prostituierten im Land unter 15 Jahre alt. Ein großer Erfolg! Im Jahr 2000 wurde die Anzahl der Minderjährigen unter den Prostituierten auf 15 bis 30 Prozent geschätzt.

IJM Kambodscha

Philippinen

Im Kampf gegen Cybersex-Ausbeutung

Cybersex-Ausbeutung ist eine Form von moderner Sklaverei, die vor dem digitalen Zeitalter undenkbar war. Kinder werden live vor der Kamera sexuell missbraucht. Pädokriminelle aus der ganzen Welt zahlen dafür. Die Opfer sind meist zwischen zwei und 12 Jahre alt. In vielen Fällen sind die eigenen Mütter, Verwandte oder Nachbarn in das Verbrechen involviert.

Die Aufklärung dieser Cybersex-Verbrechen erfordert ein spezielles Training in neuen Ermittlungstechniken. Jeden Monat erhalten die Behörden über 2.000 Hinweise auf Fälle von ausländischen Behörden.

Projektziel

IJM schult eine Spezialeinheit der philippinischen Polizei in Ermittlungstechniken, um Fälle von Cybersex-Ausbeutung aufzuklären. Das Ziel ist es, den rasanten Anstieg von sexueller Ausbeutung an Kindern im Internet aufzuhalten.

IJM verfügt über 15 Jahre Erfahrung in der Projektarbeit auf den Philippinen und ist bestens mit den Behörden und Partnern im Land vernetzt. Von 2000 bis 2015 kämpfte IJM vorrangig gegen die Zwangsprostitution von Kindern in Rotlichtmilieus.

Fortschritte

Seit 2000 konnte IJM mit den lokalen Behörden 1.275 Kinder und Frauen aus Zwangsprostitution befreien. An den damals drei Projektorten von IJM wurde nachgewiesen, dass die Anzahl der betroffenen Kinder bis zu 86 Prozent reduziert werden konnte. Ermutigt dadurch widmet sich IJM seit 2016 vorwiegend der Bekämpfung von Cybersex-Ausbeutung von Kindern. Über 100 Kinder konnten bereits befreit werden. Die erste Verurteilung in einem Fall von Cybersex-Ausbeutung wurde durch Anwälte von IJM erzielt.

Unsere Teams auf den Philippinen

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