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Gideon - von der Mutter weggenommen und in der Fischerei versklavt

Ghana - „Mein Name ist Gideon. Ich komme aus Ningo. Wie alt ich bin, weiß ich nicht“, sagt der Junge, den Mitarbeiter von IJM auf etwa 12 Jahre schätzen. Er ist groß, sein Oberkörper ist muskulös, sein Blick ernst. Er wirkt viele Jahre älter.

Die harte Arbeit in der Fischerei hat Spuren hinterlassen, nicht nur die Narben an Armen und Beinen. An seine Kindheit erinnert sich Gideon nur noch dunkel.

„Als ich klein war, war ich gesund und ich freute mich sehr darauf, bald in die Schule zu gehen“, sagt Gideon.
Doch er ging nicht eine Stunde zum Unterricht. Ein skrupelloser Kinderhändler nahm Gideon seiner Mutter weg und entführte ihn in die Fischerei. Als Kindersklave fischte er Tag und Nacht.

Zehntausende Kinder fischen auf dem Lake Volta, viele in Sklaverei

Mit 8500 Quadratkilometern ist der Lake Volta der weltweit größte künstlich angelegte See. Zehntausende Kinder arbeiten dort in der Fischindustrie, viele nicht freiwillig, sondern in Sklaverei. Experten in Ghana schätzen die Zahl der Jungen, die brutal zur Arbeit gezwungen werden, auf 35.000 bis 50.000.

Ghana

Die Kleinsten sind erst vier Jahre alt, die meisten gerade mal zehn Jahre. Sie tragen zerrissene Kleidung oder sind nackt. Ihrer Körper sind gezeichnet von Gewalt, Ausschlag und offenen Wunden. Die Kinder müssen immer wieder mit den Fischen kämpfen, die sie mit ihren scharfen Zähnen oder Stacheln verletzen.
Wenn sich ein Netz unter Wasser verfängt, müssen die Kinder tauchen und die Netze befreien. Die meisten von ihnen können nicht richtig schwimmen. Regelmäßig ertrinken Kinder auf dem See.
In ihren kleinen Holzbooten wirken sie hilflos und panisch. Viele sind unterernährt und vollkommen erschöpft. Auch Gideon litt, während er von dem Mann, der ihn entführt hatte, versklavt wurde.
„Ich wurde oft geschlagen. Ich bettelte, zurück zu meiner Mutter zu dürfen. Doch der Mann sagte, sie sei tot. Es gäbe kein zu Hause mehr“, sagt Gideon.

Auch sein siebenjähriger Bruder wurde zum Fischen gezwungen und Gideon musste zusehen, wie auch er geschlagen wurde.

Endlich #frei

Ermittler von IJM recherchierten wochenlang, um nach Kindern zu suchen, die wie Gideon versklavt sind. Sie fanden Gideon und befreiten mit ihm zusammen neun weitere Jungen. Acht Männer wurden wegen Verdacht auf Kinderhandel zeitgleich von der Polizei verhaftet.

Es war die erste Befreiung des IJM-Büros in Ghana, das 2014 gegründet wurde. Von Gideons Bruder fehlt bis heute jede Spur. Er ist irgendwo da draußen - so wie tausende andere Kinder.
„Ich wünsche mir, dass mein Bruder bald bei mir sein kann, in Freiheit“, sagt Gideon.

Sklaverei

IJM sucht weiter nach Jungen, die in der Fischerei versklavt werden - und besonders nach Gideons Bruder. Helfen Sie uns mit Ihrer Spende und unterstützen Sie unser Projekt in Ghana.

 

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