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Elsa* - gefangen im Sexhandel

Menschenhändler brauchen keine Vorhängeschlösser, um Mädchen und junge Frauen wie Elsa zu versklaven. Gerissene Schwindler belogen Elsa, indem sie ihr ein Visum für einen gut bezahlten Job als Kindermädchen in Europa anboten. Für das Mädchen aus ärmsten Verhältnissen, erschien die Möglichkeit traumhaft. Um die Schulden für die Vermittlung des Job zu begleichen, sollte sie einige Wochen in einer Bar arbeiten. Kurze Zeit später war Elsa versklavt und wurde jeden Tag von den Kunden der Bar sexuell missbraucht.

„Tag und Nacht musste ich tun, was von mir gefordert wurde, egal, ob ich wollte oder nicht. Die Männer nahmen mich auf ihr Hotelzimmer. Ich konnte nicht fliehen“, sagt Elsa. Der Schmerz in der Nacht verwandelte sich am Morgen in Scham. „Als ich aufwachte, fühlte ich mich müde. Ich war traurig, verängstigt und schämte mich zutiefst.“

Sie war gefangen im Sexhandel, eine Form der Sklaverei, die Kinder und Frauen sexuell ausbeutet. Die Opfer bekommen keinen oder kaum Lohn. Mit dem wenigen Geld, das Elsa bekam, musste sie sich versorgen. Sie zahlte für das Essen in der Bar und für jedes Glas Wasser. Ihre Schulden konnte sie nicht zurückzahlen, sodass sie in den gewaltsamen Händen der Menschenhändler gefangen blieb.

In der Falle von Menschenhändlern und ihren Lügen

Elsa hatte nicht gewusst, dass Menschenhändler besonders nach Mädchen wie ihr Ausschau halten, weil sie ihren Lügen glauben. Weil für Elsa und viele arme Familien die Hoffnung auf ein sicheres Einkommen existentiell ist.

Als Elsa 12 Jahre alt war, starb ihr Vater überraschend. Ihre Mutter verließ die Kinder. Als Älteste übernahm Elsa die Verantwortung für ihre Geschwister. Die Aussicht nach ihrem Schulabschluss als Kindermädchen in Europa zu arbeiten, gab ihr Hoffnung ihre Familie noch besser zu unterstützen. Je mehr Wochen und Monate Elsa jedoch in der Bar gefangen war, desto mehr zerschlug sich diese Hoffnung. Schlimmer noch, sie wusste nicht einmal, wie sie sich aus ihrer Lage befreien sollte.

Endlich #frei

IJM ermittelte monatelang zusammen mit der Polizei in der Bar, in der Elsa gefangen war. Als handfeste Beweise wegen Menschenhandel gegen die Täter vorlagen, stürmte die Polizei die Bar und befreite zusammen mit Elsa 15 Mädchen und junge Frauen. Sozialarbeiterinnen von IJM kümmerten sich um sie. Doch Elsa weigerte sich, Hilfe anzunehmen.

„Mein Leben war nicht einfach nach der Befreiung“, sagt Elsa. So lange hatte sie ihr Leben selbst regeln und mit dem Schmerz und der Scham umgehen müssen. Doch die Mitarbeiter von IJM gaben nicht auf, ihr immer wieder Unterstützung anzubieten. Dann sagte sie zu und zog in eine spezielle Nachsorge-Einrichtung für Betroffene von sexueller Gewalt ein.

„Ich wollte für meine Rechte kämpfen.“

Dort bekam sie die Möglichkeit, ihr Trauma aufzuarbeiten. „Es war nicht mein Fehler, dass ich in der Bar gelandet war“, lernte Elsa. Anwälte von IJM erklärten ihr, dass sie für ihre Rechte einstehen würden und Elsa willigte ein, vor Gericht gegen die Täter auszusagen. „Ich wollte für meine Rechte kämpfen.“

Nach einigen Jahren in der Nachsorge-Einrichtung, entschied sich Elsa einen Bachelor in Betriebswirtschaftslehre (BWL) zu machen. Ihr großer Traum heißt heute: Einen Eisladen zu eröffnen - in Gedenken an ihren Vater, der einen Eisladen gehabt hatte bis er starb.

Elsa ist #frei. Helfen Sie mit, dass noch mehr Mädchen und junge Frauen aus Menschenhandel und sexueller Ausbeutung befreit werden!

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