Schockierende Realität: 40,3 Millionen Menschen weltweit von Sklaverei betroffen

Politische Arbeit
02. 02. 2018, 14:00 Uhr

40,3 Millionen – das ist die Anzahl der Menschen, die heute weltweit in Sklaverei leben. Nachdem die International Labour Organisation (ILO) und die Walk Free Foundation (WFF) in den vergangenen Jahren jeweils eigene Berichte und Zahlen veröffentlichten, gab es 2017 erstmals einen gemeinsamen Bericht.

Was ist Sklaverei?

Laut dem Palermo Protokoll der UN versteht man unter Sklaverei eine Situation, in der eine Person ausgebeutet wird oder zu einer Ehe gezwungen wird und sich dagegen nicht wehren kann. Sie wird mit Drohungen, Gewalt, Zwang oder Täuschung daran gehindert zu fliehen. Sklaverei ist in allen Ländern dieser Welt per Gesetz verboten – und trotzdem existiert sie in jedem Land der Welt.

  • 71 % Fast zwei Drittel der Betroffenen sind weiblich.
  • 1 von 4 Jede vierte betroffene Person ist ein Kind.
  • 16 Mio. Menschen werden in Arbeitssklaverei unter anderem im Baugewerbe, in der Fertigung oder Agrar- und Fischindustrie sowie als Haushilfen ausgebeutet.
  • 4,8 Mio. Menschen werden sexuell ausgebeutet. Hier handelt es sich vor allem um Frauen.
  • 21,3 % Fast ein Viertel der Betroffenen von sexueller Ausbeutung sind Kinder.
  • 15,4 Mio. Menschen sind von Zwangsehen betroffen, zumeist Frauen. 37 Prozent der Betroffenen von Zwangsehen waren zum Zeitpunkt der Vermählung minderjährig. Die Global Estimates of Modern Slavery sind der erste Bericht, der Zwangsehen als Form von moderner Sklaverei einbezieht.

Die vollständige Studie kann online abgerufen werden.

Ein großer Teil der Fälle bleibt im Verborgenen

Die ILO spricht von einer konservativen Schätzung. Denn Daten zu Millionen Menschen in Konfliktzonen oder auf der Flucht konnten nicht erhoben werden. Zu einigen Regionen, wie den Golfstaaten, fehlte der Zugang oder es gab Sprachbarrieren. Man kann also davon ausgehen, dass die tatsächliche Zahl von Menschen in Sklaverei noch um einiges höher liegt.

Viele Betroffene von Sklaverei und Menschenhandel bringen außerdem ihre Fälle nicht zur Anzeige. Das kann unterschiedliche Gründe haben: Häufig haben Opfer aber auch Angst vor einer eigenen Strafverfolgung, weil sie sich beispielsweise illegal im Land aufhalten. Tatsächlich ist es so, dass Opfer weltweit von der Strafverfolgung begangener Straftaten befreit werden, die im Zusammenhang mit ihrer Verschleppung stehen. Dies gilt aufgrund des Palermo-Protokolls der Vereinten Nationen. Einen großen Faktor spielt Gewalt und Zwang. Oftmals werden Betroffene gehindert, ihren Ausbeutungsplatz zu verlassen. Oder ihren Kindern wird Gewalt angedroht, sollten sie zur Polizei gehen oder fliehen. Typisch für Fälle von sexueller Gewalt und Ausbeutung ist, dass sich Opfer häufig selbst schuldig fühlen. Viele schämen sich für das, was ihnen zugestoßen ist und schweigen daher.

Noch nie so viele Sklaven wie heute – ein unlösbares Problem?

Noch nie in der Weltgeschichte gab es eine so große Anzahl an Menschen in Sklaverei wie zu unserer Zeit. Sogar während der vier Jahrhunderte des transatlantischen Sklavenhandels betrug die Zahl aller Betroffenen mit ca. 12,5 Millionen „nur“ weniger als etwa ein Drittel des aktuellen Indexes. Dabei ist zugegebenermaßen zu beachten, dass nicht nur das Ausmaß der Sklaverei, sondern auch die Weltbevölkerung seit damals gewachsen ist. Die Relativität macht es für den Einzelnen jedoch nicht besser.

Grundlegend anders ist die Situation heute allerdings, weil Sklaverei mittlerweile weltweit verboten und geächtet ist. Trotzdem findet sie millionenfach statt. Doch Sklaverei kann beendet werden! Das sehen wir jetzt schon auf den Philippinen, wo heute 75 Prozent weniger Kinder in den Rotlichtvierteln für Sex verkauft werden als noch im Jahr 2000. Oder in Indien, wo mittlerweile gut ausgebildete Spezialeinheiten Menschen in Sklaverei ausfindig machen, befreien und Täter zur Rechenschaft ziehen. Sklaverei kann enden, wenn sie mit Priorität angegangen wird. Das fordern wir von unserer künftigen Bundesregierung. Stopp Sklaverei!

Unterzeichnen Sie unsere Petition und fordern Sie die künftige Bundesregierung auf, Sklaverei in der deutschen Politik zur Priorität zu machen!

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