Der Moment der Befreiung in Ghana - Zwischen Sklaverei und Freiheit

GhanaWeltweite Arbeit
14. 12. 2017, 18:00 Uhr

10 Millionen Kinder in Sklaverei warten darauf: Den Moment der Befreiung. Jene Minuten und Stunden, wenn zum Beispiel in Ghana das Rettungsboot kommt. Mit den lokalen Behörden befreit IJM Kinder auf See, die verschleppt und als Sklaven brutal zum Fischen gezwungen wurden. Vier Kinder und ihr Moment der Befreiung, den Sie, liebe Spenderinnen und Spender, ermöglicht haben.

Godson, 7 Jahre - Das lange Warten ist vorbei

„Ich habe mir immer gewünscht, dass die Retter zu unserem Abschnitt am See kommen.“ Godson wusste, dass es Rettungsboote gibt, die Kindern helfen. Doch der Volta-Stausee ist mit 8500 Quadratkilometern der größte künstlich angelegte Binnensee der Welt. Würden die Retter auch ihn und seine Freunde finden? Dann kam der Tag, an dem Godson das Rettungsboot kommen sah. Er wusste: Das ist sein Moment. Endlich in Freiheit.

Ebo, 5 Jahre - Sicher genug, um zu schlafen

Als der zierliche Ebo von einem Polizisten auf das Rettungsboot gebracht wurde, war er sehr ängstlich. Er beobachtete abwartend, was um ihn herum geschah. Im Innenraum des Bootes gab es Saft und Kekse. Ebo hatte Hunger. Die älteren Jungen, mit denen er fischen musste, schienen keine Angst zu haben. Eine Frau lächelte ihn an. Ebo war müde, seine Beine und Arme schmerzten. Seit drei Uhr morgens war er auf dem See. Nochmal blickte er zu den anderen Jungen, dann zu der lächelnden Frau. Alles war gut. Ebo wartete nicht lange, legte sich auf den Boden und schlief ein. Hier fühlte er sich endlich sicher.

Kojo, 10 Jahre - Ein Lied auf den Lippen

Nachdem das Rettungsboot mit mehreren Kindern an Land angekommen war, wurden die Kinder von IJM in eine sichere Nachsorgeeinrichtung gebracht. Eine Sozialarbeiterin von IJM erklärte ihnen, dass sie bald auch ihre Familien wiedersehen könnten. Diese gute Nachricht brachte Kojo spontan zum Singen: „I’ve got joy, joy down in my heart, I’ve got joy, joy down in my heart…“

Ata, 10 Jahre - Wieder Kind sein und spielen

„Danke, dass ihr mich vom See weggebracht habt. Alles, was ich mir jetzt noch wünsche, ist ein Fußball“, sagte Ata zu einer Sozialarbeiterin von IJM nach seiner Befreiung. Als Ata verstand, dass er jetzt frei und sicher ist, dachte er an seine frühere Kindheit zurück. Und daran, was er am liebsten gespielt hatte: Fußball. Endlich darf er jetzt wieder spielen!

Ein Adrenalinstoß für die Retter und Geretteten

Der Moment der Befreiung ist irgendwo dazwischen: Zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Angst und einem ersten Lächeln. Minutiös und akribisch organisiert IJM mit der Polizei in Ghana die Befreiung der Kinder. Trotzdem bleiben letzte Unsicherheiten: Finden wir die betroffenen Kinder tatsächlich wieder? Können wir alle in Sicherheit bringen?

Für die Kinder auf dem See ist der Moment der Befreiung zunächst oft beängstigend. Fremde Menschen stellen ihnen Fragen und bringen sie auf ein anderes Boot. Die Kinder verstehen die Situation noch nicht und fürchten sich: „Sind die fremden Menschen gut zu mir oder stecken sie mit den Menschenhändlern unter einer Decke?“ Bei jeder Befreiung sind deshalb Sozialarbeiter von IJM dabei. Sie kümmern sich um die Kinder, erklären die Situationen und bauen Vertrauen auf. Bis jedes Kind langsam den Moment der Befreiung begreift. Und daraus endlich ein Moment des Aufatmens und Lächelns wird.

Vielen Dank, dass Sie mit Ihrer Spende diese kostbaren Momente ermöglichen.

Spenden