PopUp-Store gegen Menschenhandel mit [eyd] und IJM

IJM Deutschland
13. 12. 2017, 17:30 Uhr

Humanitäre Mode unterstützt die Menschen, die unsere Kleidung herstellen. Für das neue Modelabel [eyd] bedeutet das in Indien, die Ausbildung von ehemaligen Zwangsprostituierten zu Näherinnen. Wie sich die Mode von [eyd] trägt und anfühlt, konnten Besucher vom 8. bis 10. Dezember im Neuköllner Prachtwerk in Berlin probieren. Zusammen mit IJM eröffnete [eyd] drei Tage einen PopUp-Store mit Workshops und einem Konzert mit Singer/Songwriter Ben Seidl.

Menschenhandel in Indien nicht hinnehmbar

Weltweit leben in Indien die meisten Sklaven der Welt. Besonders in den Megametropolen Mumbai und Kalkutta werden betroffene Mädchen und junge Frauen als Zwangsprostituierte gehandelt und ausgebeutet. Ihre Schicksale machen sprachlos: Bis zu 20 Vergewaltigungen am Tag, eingesperrt in Kellerräumen über Jahre, misshandelt und zutiefst verängstigt und einsam.

International Justice Mission (IJM) und das Modelabel [eyd] haben sich auf die Fahne geschrieben, diese freiheitsraubende Realität von Millionen Mädchen und Frauen in Indien zu beenden. Aber wie passt das zusammen – eine Menschenrechtsorganisation mit Ermittlern, Anwälten und Sozialarbeitern und ein Modelabel aus Stuttgart?

IJM - Opfer befreien und Recht durchsetzen

Als „Anwalt der Freiheit“ setzt sich IJM in Mumbai und Kalkutta, Indien, für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution ein. Mit lokalen Behörden befreien IJM Ermittler Kinder und Frauen aus Bordellen und anderen Sex-Etablissements, in denen sie ausgebeutet werden. Doch die Befreiung aus äußerer Gefangenschaft ist noch nicht alles, um Betroffenen nachhaltig zu helfen. Anwälte von IJM treten für ihr Recht ein, Sozialarbeiter und Psychologen helfen ihnen mit dem Erlebten umzugehen und ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen. An dieser Stelle gehen die Nachsorgearbeit von IJM und das Ausbildungsprogramm von [eyd] Hand in Hand.

[eyd] - Enable your dressmaker

[eyd] hat sich der Produktion von Mode verschrieben, die die Freiheit und Würde der Näherinnen respektiert und fördert. Die Kollektionen von [eyd] werden in der indischen Nähwerkstatt Chaiim gefertigt, die Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution ausbildet – darunter Frauen, die von IJM befreit wurden. Der Arbeitsauftrag Enable your dressmaker geht dabei über die klassische Ausbildung hinaus. Die Frauen leben wie eine Familie zusammen, werden von Sozialarbeitern begleitet und bekommen zudem Unterricht in Mathe und Englisch. Die Zeit in der Nähwerkstatt wird für viele sogar zum Sprungbrett ihren Lebenstraum als Schneiderin oder auch durch einen weiteren Ausbildungweg zur Polizistin, Sozialarbeiterin oder Lehrerin zu realisieren.

Woher kommt deine Kleidung?

IJM und [eyd] verbindet auch in Deutschland ein gemeinsames Anliegen: Menschen sollen über Sklaverei und Menschenhandel informiert werden und über ihren Konsum nachdenken. Kleidung ist dabei ein großes Thema. Jeder kann zur Veränderung beitragen und nachfragen, wie und wo Unternehmen produzieren lassen. Oder bewusst humanitäre Modelabel wie [eyd] unterstützen oder für IJM Projekte zur Befreiung von Menschen aus Sklaverei spenden. Darauf machten Nathalie Schaller von [eyd] und Dietmar Roller (IJM) auch beim Konzert mit Singer/Songwriter Ben Seidl und Cellist Moritz Brümmer aufmerksam.

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